Mit dem Eintritt ins Rentenalter verändert sich für viele Menschen auch ihre finanzielle Situation. Im besten Fall haben sie ausreichend vorgesorgt und erhalten neben der gesetzlichen und betrieblichen Rente sogar noch Kapital aus ihrer Lebensversicherung. 2019 haben die deutschen Lebensversicherer immerhin 84,5 Milliarden Euro an ihre Kunden überwiesen. Die wiederum stehen vor der Frage: Wohin mit dem ganzen Geld?

Markus Richert, Seniorberater beim Vermögensverwalter Portfolio Concept, rät zu einer Drei-Töpfe Strategie. "Am sinnvollsten ist es, den Auszahlungsbetrag in drei Teile aufzuteilen. Der erste Teil steht für den kurzfristigen Konsum zur Verfügung", sagt Richert. Darunter fallen beispielsweise noch ausstehende Darlehen, Urlaube oder Renovierungsarbeiten im Haus.

Der zweite Topf in Richerts Strategie ist die Bargeldreserve. "Dabei steht nicht die Rendite, sondern die schnelle Verfügbarkeit im Vordergrund. Dieses Kapital kann als Tagesgeld angelegt werden", sagt der Vermögensexperte. Zukünftig können mit diesem Geld unerwartete Belastungen finanziert werden, beispielsweise wenn das Auto oder die Waschmaschine den Geist aufgibt oder ein medizinischer Notfall ansteht. "Erst der dritte Teil dient der langfristigen Anlage", sagt Richert. Die kann je nach Bedürfnis des Anlegers unterschiedlich ausfallen. 

Rendite mit Risiko
"Wer konservativ und langfristig eine planbare Sicherheit will, wird an einem Versicherer nicht vorbeikommen", sagt Richert. Allerdings sollten Anleger die Angebote sorgfältig prüfen und sich bei der Auswahl Zeit lassen. Darf es ein bisschen mehr Risiko sein, dann ist eine Investition am Aktienmarkt der sinnvollste Schritt. "Aktien brachten in der historischen Rückschau langfristig gesehen die höchsten Renditen, wenn auch mit teils heftigen Schwankungen", sagt Richert. (fp)