Die Baden-Badener Pensionskasse (BBP) benötigt frisches Geld, um den nächsten Stresstest der Bafin im kommenden Jahr zu bestehen. Das berichten die "Bild am Sonntag" (BamS) und die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) übereinstimmend. Die BBP ist für die Betriebsrenten im Senderverbund ARD, beim Deutschlandradio und der Deutschen Welle zuständig.

Konkret soll das Eigenkapital der Pensionskasse erhöht werden. Auch der Rechnungszins, mit der die BBP kalkuliert, muss wohl abermals gesenkt werden, was höhere zukünftige Lasten bedeutet. Die BamS berichtet von einer internen Prüfung, nach der das Eigenkapital der BBP um 50 Millionen Euro erhöht werden soll und mit langfristige Mehrkosten im dreistelligen Millionenbereich pro Jahr zu rechnen ist. Diese Zahlen wollte die ARD der SZ nicht bestätigen.

Womöglich steigen die Rundfunkgebühren
Der Senderverbund gab der SZ gegenüber lediglich zu Protokoll, mit der Eigenkapitalspritze und der Rechnungszinsanpassung den "Risikopuffer" der BBP zu vergrößern. Es gebe keine Liquiditätsprobleme, die Rentenzahlungen könnten zuverlässig geleistet werden.

Die Probleme der BBP betreffen möglicherweise nicht nur die ARD und ihre Mitarbeiter, sondern die Allgemeinheit: Die Mehrausgaben für die Pensionskasse könnten auf die Rundfunkgebühr durchschlagen, heißt es in den Medienberichten.

Bafin untersagt Pensionskasse der Caritas das Neugeschäft
Die BBP ist nicht die erste Pensionskasse, die Probleme hat, ihre zugesagten Leistungen zu erwirtschaften. Kürzlich sorgte die Pensionskasse der Caritas für Schlagzeilen: Die Bafin lehnte deren Sanierungsplan ab und untersagte der Kölner Kasse nun das Neugeschäft (FONDS professionell ONLINE berichtete). Die Versicherten müssen mit höheren Beiträgen oder Leistungseinbußen rechnen. (bm)