Athora erwägt Verkauf des Deutschlandgeschäfts
Athora prüft strategische Optionen für sein Deutschlandgeschäft. Ein Verkauf ist dabei ebenso möglich wie ein Festhalten an der Einheit – der Entscheidungsprozess befindet sich noch in einem frühen Stadium.
Der Versicherer Athora erwägt den Verkauf seines Deutschlandgeschäfts, nachdem es dem Unternehmen bislang nicht gelungen ist, im hiesigen Markt nennenswertes Wachstum zu erzielen, berichtet die Nachrichtenagentur "Bloomberg" unter Berufung auf Insider.
Athora prüft derzeit verschiedene strategische Optionen für das Deutschlandgeschäft, darunter auch einen möglichen Verkauf, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Der Prozess befinde sich noch in einem frühen Stadium. Ebenso sei es möglich, dass Athora an der Einheit festhält. Vertreter von Athora und Apollo lehnten eine Stellungnahme ab.
Athora mit Sitz auf den Bermudas wird von dem früheren Prudential-Chef Mike Wells geführt. Das Unternehmen wurde vor mehr als einem Jahrzehnt von Athene gegründet, der Versicherungssparte des US-Finanzinvestors Apollo Global Management, und 2018 abgespalten. Apollo hält laut Unternehmensangaben rund 25 Prozent an Athora.
Schwierigkeiten beim Wachstum in Deutschland
Die Überprüfung der deutschen Einheit folgt auf anhaltende Probleme, das Geschäft hierzulande substanziell auszubauen. Athora Deutschland konzentriert sich auf die Verwaltung von Lebensversicherungspolicen, verwaltet Vermögenswerte in Höhe von 3,9 Milliarden Euro und beschäftigt nach Angaben auf der Unternehmenswebsite rund 100 Mitarbeiter.
Gescheiterte Deals und verpasste Übernahmen
Im Jahr 2024 ließen Athora und der Versicherer Axa einen geplanten Deal über die Übertragung von Policen im Volumen von 19 Milliarden Euro platzen. Grund war ein schneller Zinsanstieg, der die wirtschaftlichen Voraussetzungen der Transaktion verändert hatte. Zudem unterlag Athora im Bieterverfahren um den auf die Konsolidierung von Lebensversicherungsbeständen spezialisierten Viridium-Konzern, der 2024 von einem Konsortium unter Beteiligung von Allianz und Blackrock übernommen wurde.

Konsolidierung in Europa kommt nur langsam voran
Der mögliche Rückzug aus Deutschland unterstreicht die Herausforderungen, mit denen Konsolidierer von Lebensversicherungen in Europa konfrontiert sind. Im Gegensatz zu den USA, wo Private-Equity-Häuser Unternehmen in großem Stil übernommen und Risiken stärker ausgelagert haben, verläuft die Konsolidierung in Europa deutlich schleppender.
Strategische Neuausrichtung
Apollo hat Athora zuletzt strategisch neu ausgerichtet. Der Fokus liegt nun stärker auf organischem Wachstum, insbesondere durch Neugeschäft in den Niederlanden, sowie auf vollständigen Übernahmen von Versicherern statt auf dem Erwerb von Altbeständen.
In einem wegweisenden Schritt vereinbarte Athora im Juli die Übernahme von Pension Insurance, einem der größten Anbieter für die Übernahme leistungsorientierter Pensionsverpflichtungen von Unternehmen in Großbritannien. Sollte die Transaktion von den Aufsichtsbehörden genehmigt werden, würden sich die Vermögenswerte der Gruppe nahezu auf 135 Milliarden Euro verdoppeln, erklärte Athora im September in einer Präsentation. (mb/Bloomberg)














