MLP konnte im ersten Halbjahr 2022 an die erfolgreiche Entwicklung der zurückliegenden Jahre anknüpfen. Trotz der Belastungen für die Wirtschaft und die Verbraucher steigerte der Finanzvertrieb seine Gesamterlöse in den ersten sechs Monaten um zwölf Prozent auf den neuen Höchstwert von 472,6 Millionen Euro, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Besonders stark wuchsen die Erlöse im Bereich Immobilien, während die Umsätze mit Altersvorsorgeprodukten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht sanken. Die Zahl der Berater lag Ende Juni bei 2.042, sechs weniger als im März des laufenden Jahres.

Die Erträge setzen sich aus Erlösen aus Provisionen und Honoraren (427,7 Mio. Euro, +7%), Umsätzen aus der Immobilienentwicklung (26,3 Mio. Euro nach 5,3 Mio. Euro in H1 2021) und Erlösen aus dem Zinsgeschäft (7,5 Mio. Euro, +17%) zusammen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag mit 44,1 Millionen Euro vor allem aufgrund eines sehr positiven Auftaktquartals deutlich über dem Vorjahreswert (H1 2021: 31,4 Mio. Euro). Die Wieslocher Gesellschaft konnte damit die wegen der schwachen Kapitalmarktentwicklung erwartungsgemäß geringeren Einnahmen aus erfolgsabhängigen Vergütungen kompensieren.

Erfolgreiches Immobilienprojekt
Besonders erfolgreich war MLP bei Immobilienvermittlungen und -entwicklungen. In den beiden Bereichen erzielte der Finanzdienstleister zusammen Erlöse von 50,4 Millionen Euro, wovon 24,1 Millionen (+7,1 Mio. Euro) auf die Vermittlungen entfielen – die Immobilienentwicklungen trugen die erwähnten 26,3 Millionen Euro bei. Der Grund war ein sehr erfolgreiches Projektgeschäft beim MLP Tochterunternehmen Deutschland Immobilien.

Im Vermögensmanagement mit den Töchtern Feri und MLP Banking konnte MLP, trotz der Entwicklung der Kapitalmärkte im zweiten Quartal, auf Sicht von sechs Monaten die Erlöse um ein Prozent auf 161,4 Millionen Euro steigern. Ungeachtet der zum Teil deutlichen Rückgänge an den Kapitalmärkten beläuft sich das betreute Vermögen im Konzern zum 30. Juni 2022 auf 54,2 Milliarden Euro und damit noch über dem Wert des Vorjahres (30. Juni 2021: 51,4 Mrd. Euro). Die Gesellschaft betont ferner, dass beide Töchter im zweiten Quartal Nettomittelzuflüsse erzielen konnten. 

Gebremstes bAV-Geschäft
In der Altersvorsorge lagen die Erlöse bei 86,3 Millionen Euro (H1 2021: 88,2 Mio. Euro). "Im Gesamtmarkt für private Altersvorsorge war von April bis Juni ein deutlicher Bremseffekt in der Entwicklung zu konstatieren, dem sich auch MLP nicht entziehen konnte", heißt es in der Mitteilung. Das bezog sich gerade auch auf die betriebliche Altersvorsorge: Hintergrund seien die Unsicherheiten, mit denen sich zahlreiche Unternehmen insbesondere durch die Lieferkrise beim Gas, anhaltende Störungen der Lieferketten sowie den Inflationsanstieg konfrontiert sehen. (jb)