Die Axa hat im Zuge ihrer Digitalisierungsstrategie ihre Fühler auch zu Angreifern aus dem Tech-Lager wie Amazon und Google ausgestreckt. Der französische Versicherer redet mit den beiden Internet-Giganten über mögliche Kooperationen. Das sagt der deutsche Axa-Chef Thomas Buberl in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" (SZ).

Buberl ist davon überzeugt, dass die US-Konzerne auch in Europa in das Versicherungsgeschäft einsteigen werden – aber nicht als Versicherer: "Sie werden tätig sein in der Veredelung von Kundendaten bis hin zur Preisgestaltung und wahrscheinlich auch in der Schadensteuerung", zitiert die SZ Buberl. "Die Frage ist, ob man mit ihnen gemeinsame Sache machen kann oder warten sollte, bis man im vollen Wettbewerb mit ihnen steht", fügt er an. Wie genau diese "gemeinsame Sache" aussieht, sagt er der SZ aber nicht.

Branchen müssen mehr zusammenarbeiten
Der Hintergrund für die Entscheidung der Axa ist, dass diese wie auch die ganze Branche daran arbeiten muss, ihre Prozesse zu digitalisieren und dabei auch verstärkt Kundendaten für die Entwicklung und den Vertrieb von Policen zu nutzen. Und an dieser Stelle kommen Google & Co. ins Spiel: "Deshalb müssen wir über die Branchen hinweg viel mehr Dinge zusammenmachen, um Daten zu kombinieren", so Buberl. Die Daten seien ja bereits vorhanden, sie lägen aber bislang noch in verschiedenen Töpfen. "Bei den Amazons und Googles dieser Welt liegen sie in einem Topf", zitiert ihn die Zeitung.

Die Aussage kommt rund drei Wochen nachdem internationale Medien berichtet hatten, dass Amazon den Start eines Versicherungsvergleichsportales in Großbritannien plant. Das Internet-Warenhaus wolle dabei mit etablierten Versicherungskonzernen zusammenarbeiten. Diese würden aber fürchten, so der Bericht, dass Amazon zuerst einmal einen Produkt-Check machen und die besten Policen ausfiltern werde. (jb)