Der allgemeine Trend zum Homeoffice hat, bei allen Vorteilen, die bisweilen genannt werden, auch ein paar weniger angenehme Begleiterscheinungen. Wer ständig von zuhause aus arbeitet, ist eben auch für manchen "ungebetenen Gast" unter der Privatnummer direkt erreichbar. Die Folge: Die Klagen über unerlaubte Werbeanrufe haben 2021 einen neuen Höchststand erreicht.

Die Bundesnetzagentur registrierte im vergangenen Jahr 79.702 Beschwerden wegen unerwünschter Anrufe. Das ist rund ein Viertel mehr als der 2020 bisherige erreichte Rekordwert von rund 63.000 Beschwerden, wie der Berliner "Tagesspiegel" meldet. Bei den unerwünschten "Cold Calls" ging es in erster Linie um Versicherungen, Finanzprodukte und Energieverträge. 

Grundlage für die Klagen ist, dass Telefon-Marketing nur dann erlaubt ist, wenn die angesprochene Privatperson zuvor ausdrücklich eingewilligt hat, kontaktiert zu werden. Bei Gewerbetreibenden oder Freiberuflern gilt allerdings eine Ausnahme, wenn bei ihnen aus konkreten Umständen ein Einverständnis vermutet werden kann. Verstöße gegen die Einwillung können mit einem Bußgeld geahndet werden. Im vergangenen Jahr hat die Bundesnetzagentur solche auch vielfach verhängt und Firmen zu insgesamt 1,435 Millionen Euro an Zahlungen verdonnert.

Höhere Geldbußen
Künftig können allzu aggressiv auftretende Werbetreibende stärker als bisher zur Kasse gebeten werden. Der Bußgeldrahmen im Falle unterdrückter Rufnummern wurde im Dezember 2021 von zuvor maximal 10.000 auf nun 30.000 Euro erhöht. Der Anlass: Anrufe ohne Nummer im Display kamen im vergangenen Jahr besonders häufig vor. (jb/ps)