Wer das Öffentlichkeitsbild des gewinnmaximierenden Versicherungsverkäufers aufrecht erhalten will, sollte sich besser nicht auf neueste Daten der Verbraucherschlichtungsstelle für Versicherungen ("Versicherungsombudsmann") berufen: Die musste 2018 insgesamt zwar 14.147 zulässige Beschwerden bearbeiten – doch das ist ein Rückgang um 5,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2017. Die konkreten Klagen zu Vermittlern sanken um 4,7 Prozent auf 283 Fälle – so wenige wie noch nie seit 2009 (siehe Grafik). 

Bei den Beschwerden über die Berater waren überdies nur 103 überhaupt zulässig. Bei den anderen war der Ombudsmann schlussendlich nicht zuständig, da es keinen Zusammenhang mit der Vermittlung der Verträge selbst gab.

Eines ist aber geblieben: Wenn sich Verbraucher über Vermittler beschweren, dann in aller Regel wegen Unstimmigkeiten bei Lebensversicherungsverträgen. 43,8 Prozent aller Unmutsäußerungen entfielen auf diesen Bereich. 2017 waren es sogar 58,6 Prozent. Über Probleme bei der Vermittlung von Kfz-Kasko-Produkten klagten 11,7 Prozent der Verbraucher. Um Ärger bei der Vermittlung von Kfz-Haftplicht- und Rechtsschutz-Policen ging es bei je 8,7 Prozent der Eingaben.

Riesiger Rückgang bei Beschwerden über Lebenspolicen
Beim Blick auf die Sparten bei den Unternehmensbeschwerden fällt auf, dass die Eingaben im Bereich Leben um satte 19,7 Prozent zurückgegangen sind: Statt 3.877 wie 2017 waren es 2018 nur 3.115. Ebenfalls niedriger war das Beschwerdeaufkommen in der Rechtsschutzversicherung  – wenngleich nur um sechs Prozent. Damit führt die Sparte aber die Beschwerdestatistik immer noch an (3.773 Eingaben). Der größte Zuwachs ist in der Gebäudeversicherung mit fast 25 Prozent zu verzeichnen – von 1.167 auf 1.456. 

Im Berichtsjahr wurden in der Schlichtungsstelle zudem 14.329 zulässige Beschwerden abschließend bearbeitet. Zusammen mit den unzulässigen und von den Beschwerdeführern nicht weiterverfolgten Vorgängen wurden 19.216 Verfahren beendet. Die durchschnittliche Verfahrensdauer der zulässigen Beschwerden konnte mit 2,6 Monaten im Durchschnitt noch einmal gesenkt werden. (jb)