Im Jahr 2023 haben BU-Versicherer über alle Krankheiten hinweg in knapp 80 Prozent der Fälle zugunsten der Versicherten auf eine BU-Leistung entschieden, hat eine BU-Leistungspraxis-Studie des Analysehauses Franke und Bornberg für 2024 ergeben. Dabei wurden auch die wichtigsten BU-Ursachen genannt: Mit großem Abstand waren es psychische Erkrankungen, gefolgt von Krebs.

Häufigste BU-Ursachen
Ähnliche Ergebnisse ergab auch das soeben vorgelegte BU-Rating des Analysehauses Morgen & Morgen (externer Link), wo psychische Erkrankungen 35,75 Prozent aller Fälle ausmachten (Vorjahr: 34,23 Prozent) und damit wieder als häufigste BU-Ursache gelten. 

Und obwohl Akademiker und Büroberufe insgesamt in den am wenigsten riskanten Berufsgruppen eingestuft sind und damit die relativ geringsten BU-Beiträge zahlen, sind Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates mit 17,85 Prozent der Fälle noch immer zweithäufigste Ursache für Berufsunfähigkeit (Vorjahr: 19,38 Prozent), dicht gefolgt von Krebserkrankungen in 16,96 Prozent der Fälle (Vorjahr: 17,38 Prozent).

Flexible Nachversicherungsoptionen gewinnen an Bedeutung
Offenbar muss die Kalkulation der BU-Versicherung auf lange Sicht umgesteuert werden. "Zielgruppen wie Schüler, Azubis und Berufseinsteiger rücken daher verstärkt in den Fokus der Versicherer", hat Thorsten Saal beobachtet. "Vor diesem Hintergrund gewinnen flexible Nachversicherungsoptionen weiter an Bedeutung, insbesondere bei Vertragsabschlüssen in jungen Jahren", so der Bereichsleiter Mathematik & Rating bei M&M weiter. 

Der Wettbewerb finde auch in Zukunft vorwiegend über die Differenzierung einzelner Bedingungen statt. Das Neugeschäft nahm gegenüber 2023 um rund zehn Prozent zu, der Bestand blieb mit rund 14,3 Millionen BU-Verträgen stabil.

Zahl der Höchstbewertungen
Insgesamt hat Morgen & Morgen 639 Tarife und -kombinationen untersucht (Vorjahr: 612). 537 Tarife erhielten die Höchstbewertung von fünf Sternen (Vorjahr: 492). Bei Franke und Bornberg sank die Zahl der Spitzentarife indes deutlich, weil die BU-Leistungspraxis einbezogen wird. 

"Mit nur noch 24 Tarifen hat die Vier-Sterne-Kategorie dagegen deutlich verloren", urteilt Saal für M&M. Das Rating besteht aus vier Teilratings mit unterschiedlicher Gewichtung: Bedingungen (40 Prozent), Kompetenz (30 Prozent), Beitragsstabilität (20 Prozent) und Antragsfragen (10 Prozent).

Die wichtigsten Infos rund um die Berufsunfähigkeit und die BU-Versicherung finden Sie in unserer Grafikstrecke oben. (dpo)