Das Landgericht Köln hat gestern (22.4.) in dem Rechtsstreit zwischen der Huk-Coburg und Check24 über die sogenannte "Nirgendwo-Günstiger-Garantie" des Vergleichsportals ein Urteil (AZ 84 0 76/19) gefällt und die Kampagne verboten. Die Richter sind der Meinung, dass diese irreführend ist. Kunden würde der falsche Eindruck vermittelt, dass sie nirgends günstigere Tarife für Kfz-Policen fänden, wie der Versicherer mitteilt.

Check24 bietet aber "nur in 80 Prozent der Fälle die günstigsten im Markt erhältlichen Tarife an", zitiert das "Handelsblatt" eine Sprecherin des Gerichtes. Diese Irreführung werde auch nicht dadurch ausgeschlossen, dass das Portal eine Entschädigung anbietet, wenn dies einmal nicht der Fall sei.

Check24 besserte bereits nach
Hintergrund der Auseinandersetzung ist, dass die Huk-Coburg ihre Tarife nicht bei dem Vergleichsportal listet. Sie möchte nach eigenen Angaben keine Vermittlungsprovisionen an das Portal zahlen. Der Versicherer hat das Vergleichsportal wegen der strittigen Werbung daher bereits zum zweiten Mal verklagt. Im Herbst 2018 hatte das Landgericht Köln schon einmal entschieden, dass Check24 die Werbung abändern muss, da das Portal tatsächlich nicht den ganzen Markt für Versicherungsprodukte abdeckt.

Das tat Check24 dann auch und bietet Kunden seitdem einen finanziellen Ausgleich an, wenn sie über das Portal eine Police abgeschlossen haben – dann aber woanders ein günstigeres Angebot finden. Aber auch gegen diese neue Version schritt die Huk-Coburg im Sommer 2019 ein. Der Münchner Online-Riese kann aber in Berufung gehen und plant das auch, sobald die schriftliche Begründung des Urteils vorliegt. (jb)