Die Debeka-Versicherung hat erstmals Corona als Grund für eine Berufsunfähigkeit anerkannt und zahlt eine Invalidenrente. Das berichtet das "Handelsblatt" auf Basis einer Meldung der Nachrichtenagentur "dpa". "Wir hatten 2021 die ersten sechs Fälle, da zahlen wir", wird Thomas Brahm zitiert, Vorstandschef der Debeka, die nach eigenen Angaben als viertgrößter Lebensversicherer in Deutschland 451.000 Verbraucher gegen Berufsunfähigkeit versichert hat.

Eine Covid-19-Infektion und ihre Folgen werden Brahm zufolge erst zeitversetzt als Grund für Berufsunfähigkeit anerkannt. Bei längeren Erkrankungen fließen zunächst Lohnersatzleistungen. Zudem fehlte laut Debeka "kurz nach Ausbruch der Pandemie eine Arztprognose zur Berufsunfähigkeit von mindestens sechs Monaten". Corona als anerkannter Grund hierfür könnte aber häufiger werden: "Das wird vielleicht noch unterschätzt. Long und Post Covid werden sowieso die sozialen Systeme noch mehr belasten", so Brahms Einschätzung.

GDV: Versicherer zahlen bei Langzeitfolgen von Covid
"Eine Corona-Erkrankung ist kein pauschaler Ausschlussgrund für die Leistung von Berufsunfähigkeitsversicherungen. Wird eine versicherte Person durch die Langzeitfolgen einer Infektion mit Covid-19 oder durch einen Impfschaden berufsunfähig, dann zahlt die Versicherung ohne Wenn und Aber", stellt auch Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), gegenüber der "dpa" klar. Geprüft werde bei Berufsunfähigkeit nur, "ob ein Versicherter aus gesundheitlichen Gründen in seinem aktuellen Beruf voraussichtlich länger als sechs Monate nur noch 50 Prozent oder weniger arbeiten kann". (jb)