Das ging schnell: Noch vor zwölf Tagen hatte die Deutsche Familienversicherung (DFV) ihren von langer Hand geplanten Börsengang wegen des "schwierigen Kapitalmarktumfeldes" kurzfristig abgesagt. Man wollte "die Möglichkeiten bezüglich der Wiederaufnahme des Börsengangs zu einem späteren Zeitpunkt beobachten und bewerten", hieß es damals. Nun ist es schon wieder so weit, Interessenten können zwischen 23. und 29. November Kaufangebote abgeben. Der Preis je Aktie liegt bei zwölf Euro und damit unter der zunächst angepeilten Spanne von 17 bis 23 Euro, die der Versicherer im ersten Anlauf angepeilt hatte. 

Das Angebot umfasst laut einer Pressemitteilung 3,8 Millionen neue Aktien. Hinzu kommen bis zu 570.000 Anteile aus dem Bestand eines Hauptaktionäres, falls die Nachfrage das Angebot übersteigt, eine sogenannte "Greenshoe-Option", so die DFV. Im ersten Anlauf sollten nur 3,5 Millionen junge Aktien ausgegeben werden, der Hauptaktionär wollte nur 525.000 Stück anbieten. Unter der Annahme der vollständigen Ausübung der Greenshoe-Option soll das Gesamtemissionsvolumen jetzt 52,4 Millionen Euro betragen.  

Die Erlöse sollen vollständig der Gesellschaft zufließen. In einem Interview mit FONDS professionell ONLINE vor dem ersten Anlauf hatte Firmengründer Stefan Knoll den Börsengang als "historische Chance" bezeichnet. Der Erlös aus dem Börsengang war in erster Linie dazu gedacht, den Ausbau des Vertriebs und Marketingmaßnahmen zu forcieren. "Daneben möchten wir in die IT und die weitere Digitalisierung investieren sowie das Produktportfolio verbreitern und neue Versicherungen an den Markt bringen", so Knoll.(jb)