Die meisten deutschen Lebensversicherer haben ihre Hausaufgaben gemacht und die jährlich zu erstellenden Standmitteilungen so überarbeitet, dass sie zumindest den neuen gesetzlichen Standards entsprechen. Einige Gesellschaften gehen aber über das Pflichtprogramm hinaus und bieten ihren Kunden gleichsam als Kür deutlich mehr Informationen als zuvor. Das zeigt eine Studie von Policen Direkt, einem Aufkäufer von Lebensversicherungen.

Ausgangspunkt der Untersuchung ist der neue Paragraf 155 Versicherungsvertragsgesetz (VVG), der eine umfassende Verbesserung der Mitteilungen vorschreibt. Diese sollen Versicherungsnehmer darüber informieren, wie hoch ihre Überschussbeteiligungen sind und wie viel Geld sie am Ende der Vertragslaufzeit voraussihclitch erwarten können (FONDS professionell ONLINE berichtete).

60 Anbieter sind zumindest VVG-konform
Laut Policen Direkt schaffen es 60 von 73 Lebensversicherern, deren Mitteilungen für klassische kapitalbildende Lebensversicherungen unter die Lupe genommen wurden, Paragraf 155 VVG umzusetzen. Dazu zählen Angaben über Todesfall-Leistung, garantierte Ablaufleistung, garantierte Ablaufleistung bei Beitragsfreistellung und aktueller Auszahlungsbetrag des Vertrages.

Für Neuabschlüsse sind zudem die eingezahlten Beiträge aufzuschlüsseln. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass 13 Versicherer die neuen Regeln entweder noch nicht umgesetzt haben oder auf eine solche Weise, dass Kunden auch kein Mehr an Informationen bekommen. 

21 Lebensversicherer schaffen es dagegen, Kunden eine wirklich verständliche Standmitteilung an die Hand zu geben, indem sie "alle weitere wichtigen Informationen, die Policen Direkt noch als elementar ansieht", liefern. Dadurch können die Kunden dieser Unternehmen die Werte ihrer Verträge und deren Veränderung gegenüber dem Vorjahr besser verstehen, berichtet Policen Direkt weiter. (jb)


Wie wurde bewertet? Im ersten Schritt wurde geprüft, ob die Versicherer alle Vorschriften aus Paragraf 155 VVG befolgen. Hier waren in Summe bestenfalls 55 Punkte erreichbar. Weiter schaute Policen Direkt, ob die Gesellschaften etwa noch Angaben zu unsicheren Werten in der Ablaufleistung oder zu vorhandenen Zusatzversicherungen und die Auszahlungshöhe im entsprechenden Leistungsfall machen. Gesellschaften konnten in dem Bereich maximal 30 Punkte erzielen. Drittens untersuchte Policen Direkt weitere neun in ihren Augen sinnvolle "Bonus-Angaben", zu denen auch die laufenden Kosten gehören. Für jeden Bonus gab es fünf Punkte, sodass die Versicherer insgesamt mehr als 100 Punkte erzielen konnten.