Der Digitalversicherer One betreut mittlerweile 64.000 Policen. Ende 2018, dem ersten  Geschäftsjahr nach dem Start Ende 2017, waren es noch 46.000 Verträge mit Beitragseinnahmen in Höhe von 730.000 Euro gewesen. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) unter Berufung auf den ersten Geschäftsbericht des zur Wefox-Gruppe gehörenden Unternehmens. 

Damit gewährt One einen detaillierten Einblick in die Entwicklung der noch jungen Zunft digitaler Assekuranzen, die auf vollautomatisierte Prozesse beim Vertrieb und der internen Abwicklung setzt. Ende 2018 waren elf solcher Unternehmen hierzulande aktiv. Platzhirsch dürfte immer noch die mittlerweile börsennotierte Deutsche Familienversicherung sein, die Ende 2018 einen Bestand von mehr als 75 Millionen Euro hatte.


In Ausgabe 4/2018 von FONDS professionell  finden Sie zu dem Thema den ausführlichen Artikel "Alles digital" – ab Seite 224. Angemeldete FONDS professionell KLUB-Mitglieder können den Beitrag auch im E-Magazin abrufen.


Die Zugehörigkeit zu Wefox, dem Anbieter digitaler Maklerservices, und damit die Kooperation mit Maklern ist auch das Geheimnis des One-Erfolges: 90 Prozent der Verträge wurden wie geplant über Makler abgeschlossen, nur zehn Prozent als Direktverkauf im Internet, berichtet die Zeitung. "Hier heben wir uns deutlich von anderen Start-ups ab, die nur aufs Direktgeschäft setzen", sagt One-Chef Stephan Ommerborn der FAZ. 

Der Bericht des in Liechtenstein ansässigen Versicherers verrät neben der Bedeutung der traditionellen Vertriebskanäle noch mehr: Kunden verschmähen bisher Koppelungen von Produkten. One bietet derzeit Hausrat- und Haftpflichtpolicen an. Beide Typen von Deckungen kaufen allerdings die wenigsten Kunden. Wer eine Hausratpolice anschließt, habe bislang nur selten das Bedürfnis, auch eine Haftpflichtversicherung zu erwerben. Das sei auf dem Schweizer Markt ausgeprägter, wohin One als Nächstes strebt.

Das Lizenzierungsverfahren mit der Schweizer Finanzaufsicht FMA laufe schon. In Spanien und Österreich möchte sich der Digitalversicherer ebenfalls etablieren. Und nicht zuletzt wolle sich One auch auf Vergleichsportalen wie Check24 listen lassen.

Digitalisierung gleich geringe Koste
Beim weiteren Wachstum – 2019 werde ein Beitragsplus von 200 Prozent angepeilt – hilft die massive Finanzspritze von 110 Millionen Euro, die die Wefox Gruppe um Gründer und Vorstandschef Julian Teicke im März erhielt. Das Geld soll zu einem bedeutenden Teil in One fließen, da für mehr Policen auch mehr Solvenzkapital benötigt wird. Hinzu kommt, dass der Versicherer auch eine Unfallversicherung starten möchte, die gleichfalls mit Kapital unterfüttert werden muss. 

Nicht zuletzt soll die Digitalisierung der internen Prozesse helfen. Diese drücke die Kosten, sodass One nach Angaben der Zeitung seine Policen zu günstigen Preisen anbieten kann – gerade bei Sachversicherungen sei das der für Kunden entscheidende Punkt, wenn sie einen Vertrag abschließen. (jb)