Die Munich-Re-Tochter Ergo will in Deutschland rund 1.000 Stellen abbauen. Zur Begründung verwies der Versicherer auch auf den weiter zunehmenden Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI). Betroffen sind vor allem einfache und sich wiederholende Tätigkeiten, etwa in der Telefonie und der Schadensbearbeitung, wie ein Sprecher auf Anfrage von "Bloomberg News" erklärte: "Jobs, die perspektivisch durch KI wegfallen werden."

Der geplante Abbau soll über fünf Jahre bis einschließlich 2030 erfolgen. In dieser Zeit will Ergo auf betriebsbedingte Kündigungen und Standortschließungen verzichten. Unterm Strich beschäftigt Ergo in Deutschland etwa 15.000 Menschen. Das "Handelsblatt" hatte unter Berufung auf ein Interview mit der Personalchefin als erstes über den Personalabbau berichtet. 

KI soll Kosten senken
Versicherer und Banken setzen zunehmend auf KI, um Dienste zu beschleunigen und zu verbessern – und um Kosten zu senken. Ende vergangenen Jahres gab die niederländische Bank ING Groep bekannt, dass wegen "Digitalisierung, KI und verändernder Kundenbedürfnisse" rund 1.000 Stellen gefährdet seien. Zudem machten Spekulationen um einen KI-getriebenen Personalabbau bei einer Allianz-Tochter die Runde.

Im Munich-Re-Konzern erfolgen die Stellenstreichungen im Rahmen einer neuen Unternehmensstrategie, die vor Kurzem vorgestellt wurde. Diese sieht etwa vor, die jährlichen Einsparungen bis 2030 auf rund 600 Millionen Euro zu erhöhen, um höheren Kosten durch die Inflation entgegenzuwirken.

Umschulungen auf Lebensversicherungen
Neben dem Abbau von Stellen plant die Tochter Ergo auch, über die nächsten zwei Jahre etwa 500 Mitarbeiter umzuschulen. Sie sollen in anderen Bereichen des Versicherers unterkommen, etwa im Wachstumsfeld Altersvorsorge. (Bloomberg/jb)