Das ist doch mal ein klares Vertrauensbekenntnis: "Die Ergo ist Bestandteil der Gruppe. Punkt", stellte Joachim Wenning, Vorstandschef des Munich Re, anlässlich der Präsentation der Konzern-Jahresergebnisse 2018 klar. Damit verbannte er Spekulationen, ob der Rückversicherer nicht doch insgeheim mit dem Verkauf der Erstversicherungstochter liebäugelt, ins Reich der Fantasie. Nach Vorstellung der Geschäftsresultate hat Wenning wohl einen guten Grund, denn die Umsetzung des 2016 vorgestellten Strategieprogramms der Ergo geht voran, wie die Munich Re meldet.

Die Ergo hat nämlich 412 Millionen Euro statt der anvisierten 250 bis 300 Millionen Euro zum gesamten Munich-Re-Konzernergebnis von 2,3 Milliarden Euro beigetragen. Im Vorjahr 2017 waren es 375 Millionen Euro. Die Brutto-Beitragseinnahmen des Erstversicherers belaufen sich auf 18,7 Milliarden Euro. Das Lebensgeschäft, das durch den zwischenzeitlich ins Auge gefassten Run-off ins öffentliche Interesse rückte, trug 9,3 Milliarden an Einnahmen und einen Gewinn von 264 Millionen Euro bei. Die Munich Re weist in ihrem Bericht für den Schaden- und Unfallbereich der Tochter Brutto-Einnahmen von 3,4 Milliarden Euro und ein Ergebnis von 45 Millionen Euro aus.

Stellenabbau geht voran
Ferner kann der Düsseldorfer Versicherer melden, dass sich die Produktivität der hauseigenen Ausschließlichkeitsorganisationen im Jahresvergleich um rund 20 Prozent gesteigert habe – allerdings schreibt die Gesellschaft nicht, auf was sich "Produktivität" konkret bezieht. Bemerkenswert ist das deshalb, weil die Ergo zeitgleich rund 1.240 von geplanten 2.100 Stellen abgebaut hat. Vor drei Jahre bei Ankündigung des Strategieprogramms hieß es, dass damit vor allem gebundene Vermittler gemeint sind. Man kann also begründet annehmen, dass die verbliebenen Berater die Lücken schließen konnten. Nach 2020 soll es dann keinen weiteren Stellenabbau mehr geben.

Digitalversicherer steigert Kundenzahl um 150 Prozent
Der Versicherer hat zudem nach eigenen Angaben Fortschritte bei der Digitalisierung erzielt, wie etwa beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Hierzu passt, dass der im Oktober 2017 live gegangene konzerneigene Digitalversicherer Nexible mittlerweile mehr als 50.000 Kunden hat. Ende 2017 waren es noch 20.000 gewesen. Für 2019 rechnet der KfZ-Versicherer mit Beitragseinnahmen von 20 Millionen Euro. (jb)