Die Bevölkerung in Deutschland altert und das deutsche Rentensystem, das auf dem Generationenvertrag beruht, steht dadurch auf immer wackligeren Beinen – all das ist kein Geheimnis. Norman Argubi, Vorstand des Beratungsunternehmens Finanz-Center AG, sieht die geplanten Rentenreformpläne der "Ampel"-Koalitionäre daher kritisch. "Höhere Renten sind schlicht und einfach nicht mehr finanzierbar, das System belastet die arbeitende Bevölkerung immer stärker und wird in den kommenden Jahren kollabieren." 

Wenn es nach ihm geht, sollte das gesamte System umgestellt werden. "Im Angesicht dieser Tatsache zu glauben, dass es ausreiche, die Beiträge der Arbeitnehmer um einige Prozentpunkte zu erhöhen oder den Renteneintritt auf 69 Jahre festzulegen, ist illusorisch", urteilt Argubi. Sein vernichtendes Fazit: "Das Rentensystem lässt sich nicht mehr retten." Immerhin ist es bereits jetzt stark von staatlichen Subventionen abhängig.

Lieber selbst vorsorgen
Angesichts dieser Skepsis rät er Bürgern, dem System nach Möglichkeit ganz zu entfliehen. "Selbstständige sind beispielsweise nicht verpflichtet, in die gesetzliche Rentenkasse einzuzahlen, sie können ihr Geld stattdessen selbst anlegen." Für Angestellte besteht diese Verpflichtung allerdings schon. Ihnen rät er deshalb,  privat vorzusorgen und sich nicht auf die staatliche Altersvorsorge zu verlassen. Sein Tipp: "Immer in Sachwerte investieren, nicht in Geld." Er empfiehlt insbesondere Aktienfonds. Damit mache etwa die schwedische Rentenkasse seit Jahren gute Erfahrungen. (fp)