Wer die Farbe Grün mag, findet zwischen Blau und Gelb unzählige Nuancen. Ähnlich ist es auch auf dem Markt für Fondspolicen. Für jeden Geschmack gibt es viele gute Varianten – doch auf die Details kommt es an. Um eine Übersicht über aktuelle Produkte zu bieten, hat FONDS professionell erneut die Versicherer gebeten, ihre nach eigener Einschätzung attraktivste fondsgebundene Police für einen Musterfall vorzustellen.


FONDS professionell hat die Angebotstarife fondsgebundener Rentenversicherungen von 23 Versicherern zusammengetragen. Die Daten stammen von den Anbietern selbst und wurden teilweise in Eigenrecherche ergänzt. Hier gelangen Sie zu unserem hilfreichen Online-Werkzeug


Zum zweiten Mal hat FONDS professionell auch nach der genutzten Hochrechnungs­methode für die Ablaufleistung gefragt. Zur Erinnerung: Wird die Nettomethode zur Berechnung der Ablaufleistung etwa einer Police mit Bruttobeitragsgarantie verwendet, so rechnet man den Sparanteil im Deckungsstock mit dem für die Überschussbeteiligung geltenden Prozentsatz hoch. Für die Entwicklung des Fondsvermögens werden üblicherweise null, drei oder sechs Prozent angenommen. Die für Sicherungs- und Fondsvermögen errechneten Summen werden addiert. Versicherungskosten und Risikoprämie werden in der Berechnung berücksichtigt, Fondskosten hingegen nicht.

Dreimal brutto
Anders funktioniert die Bruttomethode, bei der alle Kosten berücksichtigt werden. Diese ist in drei Varianten anzutreffen. Bei der Methode gemäß der Produktinformationsstelle für Altersvorsorge (PIA) wird die Bruttowertentwicklung für die Gesamtanlage unterstellt. Sicherungs- und Fondsvermögen werden zusammengenommen mit einem bestimmten gesetzlich vorgegebenen Rechnungssatz hochgerechnet. Mögliche Rückvergütungen werden bei der Kalkulation nicht berücksichtigt. 

Nach der Bruttomethode gemäß Empfehlung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wird die Bruttowertentwicklung ebenfalls für das Sicherungs- und das Fondsvermögen angenommen. Anders als bei der Methode der PIA werden hier jedoch Kickbacks berücksichtigt, was bei ansonsten identischen Parametern zu einer höher erscheinenden Ablaufleistung führen kann. Und nicht zuletzt gibt es auch noch die Bruttomethode mit getrennter Hochrechnung: Bei dieser Variante werden die Anlagetöpfe getrennt hochgerechnet und die ermittelten Summen addiert.

Erfreuliches Bild
Im Vergleich zur Produktübersicht vom vergangenen Jahr zeigt sich 2019 ein erfreuliches Bild: 2018 gaben noch neun von 22 Versicherern an, eine der genannten Bruttomethoden einzusetzen. In der aktuellen Übersicht sind es bereits 15 von 23 Gesellschaften. Dies kann durchaus als erster Beleg dafür gelten, dass die Assekuranz tatsächlich immer mehr auf die transparentere Bruttoberechnung umschwenkt.

Dabei gilt generell zu beachten: Aufgrund der unterschiedlichen Methoden sind die angegebenen Ablaufleistungen aber auch in diesem Jahr nur bedingt vergleichbar. Zu berücksichtigen ist vor allem, dass Ablaufsummen, die nach der Nettomethode ­ermittelt wurden, auf dem Papier höher ausfallen. Auch ist die Übersicht nicht als ­Ranking zu verstehen, sondern lediglich als Orientierungshilfe. In unserem Vergleichstool können aber zwei Policen parallel aufgerufen und alle Einzeldaten gegenübergestellt werden. (am)