Abgerechnet wird zum Schluss. Das gilt natürlich auch für Fondspolicen. Doch weil die Versicherungen viele Jahre laufen, ist es für die Inhaber solcher Verträge gut zu wissen, welche Ablaufleistung sie später einmal erwarten dürfen. Wie realitätsnah die Hochrechnung ausfällt, kommt unter anderem sehr darauf an, ob für die Prognose die Netto- oder die Bruttomethode angewandt wird.

Um eine Übersicht über aktuelle Produkte zu bieten, hat FONDS professionell erneut die Versicherer gebeten, ihre nach eigener Einschätzung attraktivste Fondspolice für einen Musterfall vorzustellen. Rund 70 Unternehmen haben wir angefragt, 26 lieferten bis Redaktionsschluss alle Daten. 

Schon zum dritten Mal
Zum dritten Mal hat FONDS professionell auch nach der genutzten Hochrechnungsmethode für die Ablaufleistung gefragt. Zur Erinnerung: Bei der Nettomethode werden die Fondskosten nicht berücksichtigt. Bei der Bruttomethode hingegen werden alle Kosten eingerechnet, was auf dem Papier zu einer niedrigeren, aber realistischeren Ablaufleistung führt.


FONDS professionell hat die Angebotstarife fondsgebundener Rentenversicherungen von 26 Versicherern zusammengetragen. Die Daten stammen von den Anbietern selbst und wurden teilweise in Eigenrecherche ergänzt. Hier gelangen Sie zu unserem praktischen Online-Werkzeug


Das Bruttomodell ist in drei Varianten anzutreffen. Bei der Methode gemäß der Produktinformationsstelle für Altersvorsorge (PIA) bleiben mögliche Rückvergütungen unberücksichtigt. Die Bruttomethode gemäß Empfehlung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bezieht Kickbacks ein, was die Ablaufleistung höher aussehen lässt. Und nicht zuletzt gibt es auch noch die Bruttomethode mit getrennter Hochrechnung. Dabei werden Sicherungs- und Fondsvermögen nicht zusammen, sondern in getrennten Anlagetöpfen hochgerechnet, die ermittelten Summen werden addiert.

Erfreuliches Ergebnis
Im Vergleich zu den Produktübersichten der vergangenen zwei Jahre zeigt sich 2020 ein erfreuliches Bild: 2018 gaben nur neun von 22 Versicherern an, eine Bruttomethode einzusetzen, 2019 waren es schon 15 Gesellschaften. Aktuell rechnen 20 der 26 befragten Unternehmen die Ablaufleistung nur oder zumindest auch mit einer transparenten Bruttovariante hoch.

Zum ersten Mal wollte FONDS professionell auch wissen, welche Versicherer in den vorgestellten Policen Schlussüberschuss-Fonds bildet. Bei der Hälfte ist dies der Fall. In solche Töpfe können jährlich Differenzbeträge eingebucht werden, wenn die Kosten niedriger ausfallen als kalkuliert. Anders als verbindliche Überschüsse dürfen Versicherer Schlussüberschüsse bis zum Jahr vor Fälligkeit der Police streichen – dann aber fehlt netto etwas. 

Kein Ranking
Aufgrund der unterschiedlichen Hochrechnungsmethoden und der Tatsache, dass manche Versicherer Schlussüberschüsse bilden und andere nicht, sind die angegebenen Ablaufleistungen nur bedingt vergleichbar. Die Übersicht ist daher nicht als Ranking zu verstehen, sondern lediglich als Orientierungshilfe. In unserem Vergleichstool können aber zwei Policen parallel aufgerufen und alle Einzeldaten gegenübergestellt werden. (am)