Es hat länger gedauert als geplant, nun ist sie aber da: Die Rede ist von einer bereits vor zweieinhalb Jahren angekündigten Versicherung gegen Führerscheinentzug. Die Police soll die wirtschaftlichen Folgen für Autofahrer nach einem Fahrverbot abmildern, indem sie die Kosten für alternative Transportmittel übernimmt, so der Produktgeber IAS Versicherung in einer Pressemitteilung. Für manche Berufsgruppen wie Handelsvertreter stelle selbst ein temporäres Fahrverbot aufgrund kleinerer Verstöße eine Existenzgefährdung dar. 

Bei der Ankündigung der Police im Sommer 2018 hagelte es unmittelbar Kritik, da Sanktionen nach Geschwindigkeitsübertretungen oder Fahren unter Alkoholeinfluss, die Leben gefährden, abgefedert werden. Daher betont der Sachversicherer aus Bremen nun, dass der erzieherische Effekt eines Fahrverbots durch das Angebot nicht geschmälert werden solle.

Versicherungsschutz bis 1,09 Promille Alkohol
Die Versicherung springe daher nicht bei Bußgeldern ein. Ebenfalls vom Versicherungsschutz ausgenommen sind Fahrverbote wegen rücksichtsloser Fahrweise und Unfallflucht. Sie zahle auch nicht, wenn der Führerschein nach einer Fahrt unter  Drogeneinfluss entzogen wurde. Ist der "Lappen" aber nach Fahrten unter Alkoholeinfluss bis zu 1,09 Promille weg, zahlt sie, was Kritikern sicher nicht gefallen wird.  

"Vielmehr geht es ausschließlich darum, grundsätzlich regeltreuen Autofahrern bei kleineren Verstößen eine Perspektive zu ermöglichen und sie vor Job-Verlust abzusichern. Und dies stets allerdings auch nur dann, wenn keine anderen Verkehrsteilnehmer konkreten Schaden genommen haben", so der Versicherer weiter in der Pressemitteilung. Versichert seien daher aber etwa Geschwindigkeitsüberschreitungen, zu dichtes Auffahren sowie ein ungenügender Sicherheitsabstand, das Überfahren einer roten Ampel oder die Handy‐Nutzung am Steuer ohne Unfallfolgen. (jb)