Wie die Redaktion aus Unternehmenskreisen erfuhr, wurde ein Verkaufsvertrag für die FWU Life Austria, eine Versicherungstochter der insolventen deutschen Holdinggesellschaft FWU, unterzeichnet. Rätselraten herrscht über die Käufer. 

Finanzinvestor
Es handelt sich jedenfalls um Investoren mit Erfahrung im Versicherungswesen beziehungsweise im Finanzbereich, wie zu erfahren ist. Dem Vernehmen nach wird der Öffentlichkeit die künftige Eigentümerstruktur von österreichischer Seite aus vorerst noch nicht namentlich kommuniziert. Mitarbeiter der FWU Austria waren am Montag (14.7.) zu einer Informationsveranstaltung gerufen worden. Die Behörden müssen dem geplanten Deal noch zustimmen. 

Die Versicherung soll den Informationen der Redaktion zufolge weitergeführt werden. Für Kundinnen und Kunden (hauptsächlich in Österreich und Italien) sowie für die Vertriebspartnerinnen und Vertriebspartner ändere sich nichts. Das teilten Vorstand Andreas Buxbaum und Prokurist Richard Zarycka in einem Schreiben an Vertriebspartner mit, das der Redaktion vorliegt. Die bestehenden Verträge bleiben demnach gleich, ebenso wie die Ansprechpersonen und die Leistungen. 

Umbenennung – "Austrion Life" als neuer Name fix
Fix ist nach Unternehmensinformationen, dass die österreichische FWU Holding samt ihrer Töchter in "Austrion Life Insurance AG" umbenannt wird. Die FWU Austria AG, die von der österreichischen FMA beaufsichtigt wird, ist ausschließlich im Geschäft mit fondsgebundenen Lebensversicherungen tätig. Rund 38.000 Verträge, überwiegend von österreichischen, aber auch von italienischen Kunden, befinden sich im Bestand. Das Fondsvolumen lag zur Jahreshälfte 2024 bei rund 880 Millionen Euro.

Nötig wurde der Verkauf wegen der Pleite der deutschen Muttergesellschaft: Die überschuldete Holding FWU AG mit Sitz im bayerischen Grünwald hatte am 19. Juli 2024 Insolvenz beim Amtsgericht München angemeldet.

Weiterführung in Österreich
Von der Insolvenz der Mutter wurde die österreichische Versicherung nicht mitgerissen (im Unterschied zur Luxemburger Versicherung FWU Life Insurance Lux S.A., die abgewickelt werden muss). Die FWU Life Austria gilt mit einer Solvabilitätsquote von 212 Prozent (aktuelle Eigenangaben) als gut aufgestellt. Vorstandssprecherin Claudia Rainbacher betont in Unterlagen, dass die FWU Austria in den vergangenen Jahren in den Kernbereichen komplett unabhängig geworden sei. Man operiere allein auf Basis selbst entwickelter Tools. 

Der nun unterzeichnete Deal sei "ein starkes Bekenntnis zu langfristiger Weiterentwicklung, nachhaltigem Wachstum und zukunftsgerichteter Marktstrategie", wie die FWU-Verantwortlichen gegenüber Vertriebspartnern erklären. Ziel sei es, die "Position auf unseren Kernmärkten weiter auszubauen". Zur künftigen Strategie heißt es aus dem Unternehmen, man werde die lokale Verantwortung fortführen, "nun aber ergänzt durch strategische Investitionen, modernste Technologien und zusätzliche Marktzugänge".

Keine größeren Vermögen in der Holding vorhanden
Nicht bekannt ist momentan, ob ein möglicher FWU-Austria-Verkauf etwas an der tristen Lage der Gläubiger der deutschen Holding ändern würde. Ende Februar hat der Insolvenzverwalter der FWU AG voraussichtliche Masseunzulänglichkeit angemeldet. Das bedeutet, dass das vorhandene Vermögen aller Wahrscheinlichkeit nach gerade einmal ausreicht, um die Kosten des Insolvenzverfahrens abzudecken (für Gericht und Vergütung von Insolvenzverwalter und Mitgliedern des Gläubigerausschusses). Eine Quotenausschüttung für angemeldete Forderungen gibt es bei Masseunzulänglichkeit nicht. (eml)