Die Menschen in Deutschland sichern Alltagsrisiken breiter ab als noch vor wenigen Jahren. Vor allem die Absicherung kurzfristiger und konkreter Risiken hat einen hohen Stellenwert, während sich bei der Altersvorsorge ein gegensätzlicher Trend feststellen lässt. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf Basis der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) des Statistischen Bundesamts, die alle fünf Jahre erhoben wird. 

"Heute schützen sich die Menschen umfassender vor alltäglichen und existenziellen Risiken. Daran sieht man, welchen Stellenwert finanzielle Sicherheit für viele Haushalte hat", sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. "Die Menschen in Deutschland legen großen Wert auf Sicherheit, das zeigt sich besonders in der Schaden- und Unfallversicherung." 

Fast alle Haushalte mit Privathaftpflicht
Tatsächlich verfügen laut GDV knapp 90 Prozent der deutschen Haushalte über eine private Haftpflichtversicherung, die Schäden an Dritten übernimmt und Menschen vor existenzbedrohenden Kosten schützt. Das sind deutlich mehr als vor fünf Jahren, als nur knapp 83 Prozent der Haushalte diesen Schutz hatten. 

Auffällig sei die Entwicklung bei jüngeren Haushalten: In dieser Gruppe verzeichnet die private Haftpflichtversicherung ein spürbares Plus und etabliert sich laut GDV weiter als selbstverständlicher Bestandteil der finanziellen Absicherung.  

Mehr Kfz-Policen
Auch bei der Kfz-Versicherung liegt der Anteil inzwischen bei 81,2 Prozent, wobei hier die steigende Zahl der Kraftfahrzeuge eine Rolle spielt, da die Kfz-Haftpflicht für die Halter verpflichtend ist.

Rechtsschutzversicherungen gewinnen ebenfalls an Bedeutung, mittlerweile sei fast jeder zweite Haushalt entsprechend abgesichert. Insgesamt deutet die Entwicklung darauf hin, dass das Sicherheitsbedürfnis in unsicheren Zeiten steigt. "Risiken werden zunehmend ernst genommen, eine breitere Basisabsicherung wird zur Selbstverständlichkeit", sagt Asmussen. 

Altersvorsorge bleibt eine Herausforderung
Dagegen verfügen weniger Verbraucher über Altersvorsorgeprodukte. Besonders kapitalbildende Lebensversicherungen verlieren an Bedeutung, ihr Anteil ist von rund 32 Prozent auf unter 28 Prozent gesunken. Auch staatlich geförderte Produkte der privaten Altersvorsorge sind leicht rückläufig: Riester- und Basis-Rentenversicherungen liegen bei 27 Prozent, im Vergleich zu 28 Prozent fünf Jahre zuvor. 

Stabil bleibe die private Rentenversicherung mit einem Anteil von rund 23 Prozent. Leichte Zuwächse gibt es bei der Berufsunfähigkeitsversicherung mit 26,7 Prozent (+1,1 Prozentpunkte) und den Risikolebensversicherungen mit 18,7 Prozent (+1,5 Prozentpunkte). (fp)