Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat das Statistische Taschenbuch 2016 veröffentlicht. Das Standard-Nachschlagewerk für die deutsche Assekuranz gibt auf 146 Tabellen einen Überblick über die Lage der deutschen Versicherer und ihrer Produkte. Hinsichtlich Fondspolicen gibt es durchaus Erfreuliches zu berichten.

So haben fondsgebundene Kapital- und Rentenversicherungen mittlerweile einen Anteil von 17,1 Prozent an den Beiträgen für Lebenspolicen erreicht. 2005 betrug dieser nur 10,8 Prozent. Allerdings war das Neugeschäft im vergangenen Jahr leicht rückläufig: 2015 wurde insgesamt 827.400 Verträge neu abgeschlossen, 2014 waren es 827.500 Policen. Ihr prozentualer Anteil am Neugeschäft ist aber um 1,3 Prozentpunkte auf 16,2 Prozent gestiegen.

Weniger Riester- und Rürup-Renten
Die GDV-Statistik bestätigt auch das nachlassende Interesse von Anlegern an Riester-Versicherungen. Nur noch 372.600 Policen wurden 2015 neu abgeschlossenen, 2010 waren es noch knapp eine Million. Auch die Zahl der neu vermittelten Basis- oder Rürup-Renten ist erneut zurückgegangen: Waren es 2014 noch über 111.000 Verträge, zählte der GDV für das vergangenen Jahr nur noch 98.000.

5.200 Euro pro Sekunde ausgegeben
In seiner Pressemitteilung zur Veröffentlichung des Kompendiums betont der GDV, das die Lebens- und Schaden-/Unfallversicherer im vergangenen Jahr für ihre Kunden finanzielle Leistungen im Gesamtwert von rund 163,7 Milliarden Euro erbracht haben. Umgerechnet entspreche diese Summe rund 5.200 Euro pro Sekunde. In der Lebensversicherung – ohne Pensionskassen und Pensionsfonds – erreichten die Versicherungsleistungen mit 115,5 Milliarden Euro das zweithöchste jemals ermittelte Niveau. Im Vergleich zum Rekordjahr 2014 ging das Volumen damit aber um 5,0 Prozent zurück.

In der Lebensversicherung setzen sich die Leistungen aus den an Kunden ausgezahlten Kapital- und Rentenbeträgen (2015: 82,3 Mrd. Euro) sowie dem Anstieg der finanziellen Leistungsverpflichtungen gegenüber Kunden zusammen. (jb)