Die Deutsche Versicherungswirtschaft respektive deren Verband wollen möglichst wenig regulatorische Einflussnahme auf Insurtechs. So lehnt der GDV strengere Finanzierungsauflagen für Versicherungs-Start-ups ab. "Wir sind gegen Sonderregeln für Insurtechs, sowohl was großzügige Erleichterungen, aber auch was höhere Anforderungen betrifft“, erklärte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen am Montag (1.2.) gegenüber Bloomberg.

Regulierung vs Innovationen
Damit stellt sich der Verband gegen die Ankündigung der Finanzaufsicht Bafin, Versicherungslizenzen zukünftig nur noch dann zu vergeben, wenn Start-ups am Tag des Lizenzantrags die vollständige Ausfinanzierung nachweisen können. "Mit den geplanten Sonderregeln verscheuchen wir Innovationen aus Deutschland“, sagte Asmussen.

Die geäußerten Bedenken des GDV haben gute Gründe. Denn die traditionelle Versicherungswirtschaft beobachtet genau, welche Innovationen Fintechs entwickeln und wo eine Kooperation sinnvoll ist. Einige traditionelle Versicherungen haben mittlerweile ihre eigenen Insurtechs, um von deren Zukunftspotenzial zu profitieren respektive über diese an junge, technologieaffine Versicherungskunden heranzukommen.

Bafin will mehr Sicherheit
Die Bafin hatte im Januar erklärt, Insurtechs würden ihre Risiken in der Aufbauphase nicht ausreichend berücksichtigen. Neugründungen sollten bei ihrem Start über deutlich mehr Eigenmittel verfügen als bisher. “Sie müssen schon am Tag ihres Zulassungsantrags vollständig ausfinanziert sein, damit sie keine ergänzenden Finanzierungsrunden mehr benötigen”, hieß es damals. (aa)