Der zweite Versuch der Vereinigung zum Schutz für Anlage- und Versicherungsvermittler (VSAV) schlug ebenfalls fehl: Die Öffentlichkeit wird auch vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) nicht indirekt die Namen der Versicherungsgesellschaften erfahren, die Probleme mit der Erfüllung ihrer Eigenkapitalquote gemäß Solvency II haben. Einem entsprechenden Ansinnen des Vermittlerverbandes erteilte der GDV eine Absage, wie der Branchendienst "Versicherungswirtschaft heute" (VWH) meldet.

Die Vorstöße und die sich darin spiegelnde Besorgnis der VSAV beruhen auf jüngsten Berichten der Finanzaufsicht Bafin zur Kapitalausstattung der Versicherer, gemessen an der sogenannten "Solvency Capital Requirements"-Quote (SCR, Details lesen Sie hier). Diese SCR-Anforderungen hatten zu Jahresbeginn drei der 186 berichtspflichtigen Schaden- und Unfallversicherern nicht erfüllen können, am Ende des ersten Quartals traf das noch auf einen Anbieter zu. Bei den Lebensversicherern hatten zwar alle die Anforderungen erfüllen können, allerdings brach die durchschnittliche SCR-Quote der 84 Lebensversicherer in den ersten drei Monaten des Jahres von 283 auf 209 Prozent ein.

Haftungsrisiken für Vermittler
Da sich für Versicherungsvermittler Haftungsrisiken ergeben können, wenn sie Policen von finanzschwachen Versicherungsgesellschaften empfehlen, hatte die VSAV Mitte Juli in einem offenen Brief die Bafin aufgefordert, die "Solvency-II-Sünder" zu nennen. Da die Behörde das abgelehnt hatte, versuchte der Verband es Anfang dieser Woche auf einem anderen Weg: Der GDSV sollte eine "Liste erstellen, der sich positiv entnehmen lässt, welche Versicherungsgesellschaften die Solvency-II-Richtlinien einhalten".

Aber auch daraus wird nichts: "Die Forderung nach einer Positivliste zum jetzigen Zeitpunkt steht im Widerspruch zur klaren Rechtslage", zitiert VWH den Verband. Ein Versicherer legte freiwillig die Karten auf den Tisch: die Zurich. (jb)