Das Versicherungsvergleichportal Gonetto wollte diese neue Woche mit einem neuen Geschäftsmodell durchstarten und Versicherungen ohne Provisionsanteile im Netz anbieten. Doch gleich zu Beginn gibt es einen Dämpfer für den Online-Makler: Ein großer Teil der Produktpartner ist wieder abgesprungen. Nach Angaben von Gonetto-Geschäftsführer Dieter Lendle haben es sich von sechs Gesellschafen, die Mitte der Woche offenbar ihre Kooperation noch bestätigt hatten, vier wieder anders überlegt. Ein Versicherer ist noch unschlüssig.

Daher hat Gonetto den Vergleichsrechner auf der Internetseite wieder ausgeschaltet. "An dieser Stelle sollten unsere Vergleichsrechner für provisionsfreie Tarife stehen. Leider haben viele Versicherungen nicht den Mut, die bereitgestellten Nettotarife öffentlich darzustellen. Da ein Vergleich aus unserer Sicht erst ab mindestens drei teilnehmenden Versicherern Sinn macht, sehen Sie unsere Vergleichsrechner vorläufig nicht. Gerne helfen wir Ihnen bei Anfragen nach provisionsfreien Tarifen", schreibt die Gesellschaft aus dem hessischen Bensheim auf ihrer Startseite.

Missverständnisse
Lendle erklärt die Rückzieher der Versicherer auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE mit "Missverständnissen". Einige Gesellschaften wollen zwar provisionsfreie Tarife anbieten, aber eben nicht online. Das habe man zwar im Vorfeld angefragt, es habe aber offenbar Missverständnisse gegeben, oder die "Meinungen in den Häusern waren nicht einheitlich", teilt er der Redaktion mit. Gonetto werde auf jeden Fall weitermachen: So wollen zwei neue Gesellschafen bald Versicherungspolicen ohne Provisionen über den Vergleichsrechner anbieten.

Andere Medien berichten, dass es nicht nur Missverständnisse gegeben habe. Laut dem Branchenportal "Versicherungsjournal" wollte eine Gesellschaft die provisionsfreien Tarife nicht öffentlich anbieten, da dies zulasten der anderen Makler gehe. Allerdings stellt sich dann doch die Frage, warum es offenbar überhaupt eine Zusage gegeben hat.

Wie dem auch sei: Das Start-up gerät nun in Zugzwang. Ursprünglich hatte man auf die Erstattung von Provisionen gesetzt, dies aber auf Druck der Bafin aufgeben müssen. Die Finanzaufsicht ist anderer Meinung als Gonetto über die Ausnahmeregeln für das Provisionsabgabeverbot, das der Online-Makler mit seinem Geschäftsmodell berührt. Daher wollen Lendle und sein Team nun Tarife anbieten, bei denen Versicherer die Provisionen zuvor rausrechnen (FONDS profesionell ONLINE berichtete ausführlich). (jb)