Die Hedgefondsaffäre der Fondstochter Allianz Global Investors (AGI) in den USA ist für Europas größten Versicherer bisher folgenlos geblieben. Die Allianz hat in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres Gesamteinnahmen von über 34 Milliarden Euro sowie ein operatives Ergebnis von 3,2 Milliarden Euro erzielt. Beide Kennzahlen sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,5 beziehungsweise 11,3 Prozent gestiegen. Die Asset-Management-Sparte mit ihren beiden Ablegern AGI und ihrer Schwester Pimco hat zudem einen neuen Höchststand beim verwalteten Vermögen erreicht, wie die Allianz bei der Vorstellung ihrer jüngsten Quartalszahlen bekannt gab.

Allerdings kann sich das noch ändern. Finanzvorstand Giulio Terzariol sagte laut der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) in einer anschließenden Telefonkonferenz, dass wegen der massiven Verluste der Structured Alpha Fonds der AGI und der daraus folgenden Klagen von US-Anlegern "negative Auswirkungen auf das klassische Vermögensverwaltungsgeschäft künftig nicht auszuschließen" seien. Der Streitwert der Klagen umfasst immerhin sechs Milliarden Euro – die Hälfte des angestrebten Jahresgewinnes. Man habe Interesse an einer schnellen und ökonomisch vernünftigen Beilegung des Disputes. "Das ist erste Priorität. Wir wollen diese Unsicherheit schnell hinter uns lassen", zitiert die FAZ Terzariol.

Neuer Rekord bei Assets under Management
Trotz aller Querelen um die Structured Alpha Fonds haben Pimco und die AGI im dritten Quartal das für Dritte verwaltete Vermögen um 51 Milliarden Euro auf 1.887 Milliarden Euro steigern können – dank Nettomittelzuflüssen in Höhe von knapp 26 Milliarden Euro und positiven Wechselkurseffekten von 29,5 Milliarden Euro. Die gesamten Assets under Management legten auf den neuen Höchstwert von 2.548 Milliarden Euro zu. Das Aufwand-Ertrag-Verhältnis verbesserte sich im dritten Quartal 2021 um 4,2 Prozentpunkte auf 57,7 Prozent gegenüber dem dritten Quartal 2020.

Auch in der Lebens- und Krankenversicherung lief es für den Dax-Konzern bestens. Die Neugeschäftsbeiträge kletterten im dritten Quartal 2021 auf 19,7 Milliarden Euro, die zugehörige Marge erhöhte sich laut den Berichten der Allianz auf 3,4 Prozent (2,9% in Q3 2020), Der Grund ist ein "verbesserter Geschäftsmix in Deutschland und Frankreich sowie eines besseren wirtschaftlichen Umfelds." Das operative Ergebnis in dem Bereich wuchs um 200 Millionen Euro auf 1,3 Milliarden Euro. (jb)