Die Ergo wird die Bestandsverwaltung von insgesamt sechs Millionen klassischer Lebensversicherungsverträgen auf eine neue IT-Plattform migrieren. Die Übertragung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Computerhersteller IBM Deutschland. Die Plattform soll mittelfristig noch mehr leisten: Die Verwaltung von Vertragsbeständen anderer Versicherungsunternehmen – im Fachjargon "Run-off" genannt. Um dieses Geschäft aufzubauen, haben Ergo und IBM ein Joint Venture vereinbart, wie die beiden Partner in einer gemeinsamen Pressemitteilung schreiben.

Damit hat sich der Versicherer klar positioniert: Die Tochter der Münchner Re hatte im Herbst vergangenen Jahres zunächst überlegt, ihre seit längerer Zeit in Abwicklung befindlichen klassischen Lebenspolicen an ein externe Gesellschaft zu verkaufen. Diese Pläne hat die Ergo-Topetage Ende November aber aufgegeben. Dem Vernehmen nach waren die im Markt angebotenen Summen für die sechs Millionen Policen nicht hoch genug (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Plan B: Eigene Run-off-Plattform
Damit greift nun "Plan B": Dieser sieht die Selbstverwaltung und Abwicklung der Verträge vor. Zugleich peilt die Ergo an, selbst eine sogenannte Run-off-Plattform für die Abwicklung externer Lebenspolicen zu werden. Das geht aber nur mit einer ausgefeilten und leistungsfähigen IT-Plattform, und die soll IBM konstruieren.

"Wir wollen unsere Bestände auf eine moderne IT-Plattform migrieren. Diese neue IT-Plattform von Ergo und IBM wird nach der Umsetzung auch die Möglichkeit einer professionellen Bestandsverwaltung für Dritte schaffen", kommentiert Clemens Muth, im Vorstand der Ergo Group für die Lebens- und Krankenversicherung zuständig, den strategischen Schritt.

Markus Körner, Vice President Workforce Transformation Strategy Europe, IBM Global Technology Services ergänzt: "Mit unserem Joint Venture schaffen wir ein attraktives Angebot für deutsche Lebensversicherer, die ihre Bestände an klassischen Lebensversicherungen in eigenem Besitz behalten, aber effizient verwalten wollen. Wir sind fest vom Erfolg unserer Zusammenarbeit überzeugt. Nicht zuletzt deshalb engagieren wir uns auch über die reine Umstellung hinaus im späteren Betrieb der Plattform für Ergo und weitere Versicherer." (jb)