Die R+V Versicherung hat den Verkauf ihres Maklerversicherers Condor Leben an die Frankfurter Investmentgesellschaft Acathia Capital gestoppt, die ein Konsortium aus nicht genannten deutschen Versicherern, globalen Rückversicherern und Versorgungswerken vertritt. Damit wird es nicht wie im März dieses Jahres angekündigt zu einem Run-off der R+V-Tochter kommen. Entsprechende Medienberichte hat der zur genossenschaftlichen Finanzgruppe gehörende Versicherer auf Nachfrage von FONDS professionell ONLNE bestätigt. 

Gründe für das Scheitern des Run-offs nannte die R+V nicht; über die Details der Verhandlungen wurde Stillschweigen vereinbart. Offenbar konnten sich beide Seiten aber nicht über die Modalitäten der Übernahme einigen und haben die Gespräche über den Verkauf ergebnislos beendet. "Die R+V wird einen Verkauf der Condor Lebensversicherungs-AG nicht weiter vorantreiben. Nach Abwägung aller Optionen hat sich die R+V entschieden, dass ein Verbleib in der R+V Gruppe die sinnvollste Lösung ist. Wir werden die Condor-Verträge intern weiterführen", teilte der Versicherer mit.

Über 200.000 Verträge zum Verkauf
Mitte März hatte die R+V bestätigt, dass sie mit der Acathia Capital exklusive Verhandlungen über den Kauf von rund 219.000 Verträgen aufgenommen hatte. Darunter befanden sich unter anderem fondsgebundene Rentenversicherungen, Tarife mit "Neuen Garantien", klassische Rentenversicherungen, Berufsunfähigkeitsversicherungen (BU) und Tarife der betrieblichen Altersversorgung (bAV).

Die R+V begründete den geplanten Verkauf ihrer Maklertochter damals damit, dass er "betriebswirtschaftlich sinnvoll ist, um die R+V Gruppe zukunftsfähig auszurichten". Offenbar lagen die Verkaufspläne für die Tochter schon länger in der Schublade, denn die Gesellschaft zeichnet bereits seit Anfang des Jahres kein Geschäft mehr als Risikoträger. Zudem bietet sie Maklern überhaupt keine privaten Lebensversicherungen mehr an, lediglich BU- und Gesundheits-Policen sowie bAV-Verträge. Dabei soll es trotz des Aus für den Run-off bleiben. (jb)