Am 30. November ist der Stichtag für wechselwillige Vertragsnehmer von Kfz-Versicherern. Wer bis dahin kündigt, kann sich für 2020 einen neuen Anbieter suchen. Laut Einschätzung der Hannover Rück könnte sich das dieses Jahr ganz besonders lohnen, schreibt die Süddeutsche Zeitung (SZ). Der Rückversicherer zählt 61 der 88 deutschen Autoversicherer zu seinen Kunden und hat damit einen guten Überblick über Trends in der Branche. Die Hannover Rück geht davon aus, dass die Versicherer 2020 vor allem die Prämien für Bestandskunden erhöhen. Neukunden indes können sich häufig deutlich günstigere Tarife sichern.

Wer also bei seinem derzeitigen Kfz-Versicherer bleibt, würde laut Prognose des Rückversicherers ab dem nächsten Jahr deutlich mehr zahlen als bisher: "Wir werden im Neugeschäft leichte Absenkungen haben, das hindert die Versicherer aber nicht daran, auch leichte Anpassungen nach oben im Bestandsgeschäft durchzusetzen", zitiert die SZ Andreas Kelb, Experte bei der Hannover Rück-Tochter E+S. Ein Grund für die Preisanpassungen könnte der gestiegene Wettbewerb sein.

Kampf um Versicherungskunden wird schärfer
Die Allianz versucht mit dem neuen Direktversicherer Allianz Direct, dem Marktführer HUK-Coburg einen Teil der Kundschaft abluchsen. Zudem drängen immer mehr Start-ups und Insurtechs auf den Markt und ringen mit Kampfpreisen um Kunden. Zusätzlich prognostizieren die Rückversicherer ihren Kunden, also den Kfz-Versicherern selbst, sinkende Gewinne. Während die Branche in diesem Jahr voraussichtlich einen Gesamtgewinn von 800 Millionen Euro einfährt, dürften es laut E+S im kommenden Jahr nur noch 300 Millionen sein. (fp)