Die Allianz will bei ihrem Tochterunternehmen Allianz Partners – einem Anbieter von Versicherungs- und Assistenzlösungen – mehrere Hundert Stellen streichen, während künstliche Intelligenz (KI) mehr Aufgaben übernimmt. Der Abbau beläuft sich auf 1.500 bis 1.800 Stellen in Europa, wie Allianz-Partners-Chef Tomas Kunzmann am Dienstagabend (7.7.) bei einer Veranstaltung in München sagte.

"Wir haben in den letzten sechs Monaten mit unseren Kolleginnen und Kollegen in den Betriebsräten verhandelt, dass das ein Freiwilligenprogramm ist", sagte Kunzmann. "Das heißt, wir haben über Europa hinweg – Spanien, Frankreich, Deutschland, Italien, aber auch die Beneluxländer – entsprechende Angebote unterbreitet. Wir kriegen aktuell die Rückläufe zurück aus den Märkten."

Allianz Partners geht derzeit davon aus, die Abbauziele europaweit mit den freiwilligen Vereinbarungen erreichen zu können.

KI verändert die Arbeitswelt
Bei Beschäftigten in vielen Branchen wächst die Sorge darüber, wie künstliche Intelligenz die Arbeitswelt verändern wird, zumal weltweit enorme Summen in die Technologie investiert werden. "Bloomberg Economics" schätzt, dass 27 Prozent der Erwerbstätigen in fortgeschrittenen Volkswirtschaften maßgeblich von KI betroffen sein werden.

Allianz Partners treibt nach früheren Angaben die Einführung von KI-Lösungen in allen Unternehmensbereichen voran. Die Transformation werde dazu führen, dass sich einige Aufgabenbereiche deutlich weiterentwickeln, während andere möglicherweise wegfallen. Dies habe Auswirkungen auf die Personalausstattung.

Auch Ergo plant Stellenabbau
Bei der Munich-Re-Tochter Ergo gibt es derweil Planungen zum Abbau von rund 1.000 Stellen über mehrere Jahre. Auch dieser Versicherer rüstet sich damit für den zunehmenden Einsatz von künstlicher Intelligenz im Unternehmen.

"Das kann uns alle irgendwann treffen", sagte Kunzmann zu den Stellenstreichungen. "Wir gehen mit diesen Kolleginnen und Kollegen genauso um, wie sich das gehört – und zwar fair." (mb/Bloomberg)