Die Finanzmarktaufsicht (FMA) Liechtenstein ergreift harte Maßnahmen: Einer Mitteilung vom vergangenen Freitag (27.3.) auf ihrer Website zufolge hat die Aufsicht dem Versicherer Nucleus Life mit Sitz in der liechtensteinischen Hauptstadt Vaduz die Bewilligung entzogen und den Versicherungsbestand auf die ebenfalls in Vaduz ansässige Quantum Leben übertragen. "Diese Zwangsmaßnahmen wurden zum erforderlichen und wirksamen Schutz der Versicherteninteressen und der Reputation des Finanzmarktes Liechtenstein verfügt", schreibt die FMA.

Was die konkreten Gründe dafür sind, dass die Behörde der Nucleus Life ihre Geschäftstätigkeit untersagt, erschließt sich der Mitteilung nicht. Der Versicherer und sein Aktionariat hätten "die aufsichtsrechtlichen Anforderungen nicht mehr erfüllt", heißt es. Nucleus Life hat diese Aussage auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE bestätigt. 

Für Kunden soll sich nichts ändern
Die Versicherungsverträge werden nach Angaben der FMA unverändert und "ohne Unterbruch" bei der Quantum Leben weiterlaufen. Mit den Verträgen seien auch die dafür vorgesehenen Mittel übertragen worden. Für die Versicherungsnehmer ändere sich einzig der Vertragspartner, so die Behörde.

Die Quantum Leben ist ein von der FMA bewilligtes und beaufsichtigtes Lebensversicherungsunternehmen, das sämtliche Voraussetzungen erfülle, um den Versicherungsbestand zu übernehmen und ordnungsgemäß fortzuführen. Nucleus Life ist nach eigenen Angaben seit 2004 mit "maßgeschneiderten Produkten" im B2B-Markt tätig. Mit seinen Policen war der Versicherer auch am deutschen und österreichischen Markt aktiv. (am)