Wer als Makler für seinen Kunden eine Berufsunfähigkeitspolice sucht, muss auch nach früheren Behandlungen, Diagnosen und Leistungen recherchieren. Anders lässt sich kein rechtssicheres und kundenfreundliches Ergebnis erzielen. Doch mitunter stoßen Vermittler dabei auf unerwartete Hindernisse.

Entsprechende Erfahrungen machte zum Beispiel Frank Dietrich, Geschäftsführer eines Maklerunternehmens aus Potsdam. Ein neuer Kunde bat um Infos zu früheren Behandlungen, um die Gesundheitsfragen für den Antrag zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung wahrheitsgemäß und vollständig beantworten zu können. Dazu war es nötig, rückwirkend für die vergangenen zehn Jahre Gesundheitsdaten zu recherchieren.

Makler braucht Kundendaten
Dietrich legte der Anfrage bei dem Krankenversicherer seine Maklervollmacht bei, die auch einen kurzen Passus zur Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht bei der Übermittlung von Gesundheitsdaten enthält. Damit legitimierte er den Versicherer, Informationen an den Makler herauszugeben. Die Vollmacht reichte dem Versicherer jedoch nicht aus. Die Gesellschaft verlangte vom Kunden zusätzlich eine Erklärung zur Schweigepflichtentbindung, die den Begriff "Krankenversicherung" enthält und ausdrücklich erlaubt, dass der Kunde mit der Datenübermittlung an den Makler einverstanden ist.

"Für dieses Vorgehen gibt es rechtlich und praktisch überhaupt keinen Grund", sagt Rechtsanwalt Stefan Ilchmann. Der Kunde müsse lediglich wissen, zu welchem Zweck er den Versicherer berechtigt, seine Gesundheitsdaten weiterzugeben. "Erforderlich ist also eine hinreichend konkret bestimmte Erklärung, die auf eine informierte Entscheidung des Kunden zurückgeht", so der Fachanwalt für IT-Recht. "Dies ist mit dem vom Makler verwendeten Musterformular anzunehmen", so der Datenrechtsexperte.

Musterformular zum Runterladen
Dem Versicherer fiel die Erklärung des Kunden zur Schweigepflichtentbindung wohl ein wenig zu knapp aus. Es gibt in der Tat detailliertere Vollmachten, wie ein Muster der Anwaltskanzlei Wirth Rechtsanwälte belegt. FONDS professionell ONLINE stellt Lesern dieses Musterformular als pdf-Download im Anschluss an diesen Artikel zur Verfügung (Link weiter unten). (dpo/bm)


Einen ausführlichen Artikel zu diesem Thema, der auch auf Aspekte rund um die Datenschutzgrundverordnung eingeht, lesen Sie in FONDS professionell 1/2019 ab Seite 214. Angemeldete FONDS professionell KLUB-Mitglieder können den Beitrag auch hier im E-Magazin abrufen.