Carsten Maschmeyer hat in ein weiteres Start-up investiert, das auch in der Finanzbranche tätig ist. Über seine Beteiligungsfirma Alstin Capital hat der Ex-Chef des Strukturvertriebes AWD in einer Finanzierungsrunde Anteile an dem Hamburger Fintech Nect erworben. In dieser haben neben Alstin auch die bestehenden Gesellschafter Dieter von Holtzbrinck Ventures (DvH Ventures) und MGM – Michael Grabner Medien Nect insgesamt einen "mittleren siebenstelligen Betrag" zur Verfügung gestellt. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor.

Nect entwickelt Softwarelösungen für ein vollautomatisiertes Video-Identitätsverfahren auf Basis von künstlicher Intelligenz. Die Software erkennt nach Angaben von Vorstandschef Benny Bennet Jürgens kleinste Fehler im Bild, identifiziert Fälschungen im Ausweis und enttarnt sogenannte Deep-Fakes. Daher sei eine schnelle, vollautomatische Identifizierung möglich – ohne menschliche Hilfe.

Krisengewinner
Zum Einsatz komme die Technologie von Nect bereits bei Versicherern, darunter R+V, Huk Coburg und Nürnberger, sowie Krankenkassen und Banken. Bei der Auszahlung von Corona-Soforthilfen setze auch die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB) auf Nect, um die Verfahren zu beschleunigen und Betrug zu vermeiden, heißt es in der Mitteilung.

"Das Unternehmen ist ein Krisengewinner unter den Start-ups", kommentiert Maschmeyer sein neues Engagement. Die ID-Softwarelösung sei schneller, sicherer und – das sei aktuell sehr wichtig – völlig kontaktlos. "Die enorme Nachfrage nach sicheren Verfahren durch die Geschäftskunden bestätigt, dass Nect mit ihrem Geschäftsmodell absolut richtig liegt." Anfang des Jahres hatte sich Maschmeyer bereits an dem Digitalversicherer Neodigital beteiligt, der Policen nicht direkt über das Netz vertreibt, sondern dafür mit Maklern kooperiert. (jb)