Die Deutsche Bank hat die Suche nach einem neuen Partner im Versicherungsgeschäft offenbar abgeschlossen, und bleibt bei Altbewährtem. Die Zurich Versicherung, dessen Policen das Kreditinstitut bereits seit 2001 über Filialen und das Internet vertreibt, bleibt wohl weiterhin an der Seite der Bank. Mit einer Einschränkung: Die Zurich soll Lebens- und Sachversicherungen abdecken, die Talanx Restschuldversicherungen anbieten. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ).

Demnach hat das immer noch größte Geldhaus Deutschlands unter Verhandlungsführer Manfred Knof, dem Chef des Privatkundengeschäfts und ehemaliger Manager bei der Allianz, entschieden, die Verhandlungen exklusiv nur noch mit den beiden genannten Gesellschaften weiterzuführen. Nach einer ersten Sondierungsrunde waren der SZ zufolge die Allianz, BNP Paribas Cardiff, Talanx und die Zurich übrig geblieben. Die beiden letzteren seien nun in der finalen Auswahl. Allerdings sei laut der Zeitung noch nichts unterschrieben, offiziell habe die Bank den anderen Versicherern auch noch nicht abgesagt.

"Regalgeld" von 400 Millionen Euro
Um die begehrte Kooperation zu erhalten – Versicherer bekommen Zugriff auf ein immer noch riesiges Vertriebsnetz – sind beide Assekuranzen auch bereit, hohe Sonderzahlungen zu leisten, das sogenannte "Regalgeld". Im Falle der Talanx, die auch Versicherungspartner der Deutsche-Bank-Tochter Postbank ist, sei laut SZ von 110 Millionen Euro für den Vertragsabschluss die Rede. Die Zurich wolle rund 300 Millionen Euro zahlen.

Der Bancassurance-Markt in Deutschland ist seit Jahren fest in Händen einer Gruppe von Geldinstituten und Versicherern. Viele Geldhäuser arbeiten mit einem exklusiven Versicherungspartner zusammen – von einer "Open Architecture", wie sie im Fondsvertrieb oft zu finden ist, kann keine Rede sein. Die Allianz gehört auch hier zu den führenden Versicherern: Sie liefert Policen für die Commerzbank und die Hypovereinsbank. Andere wichtige Player sind die Talanx und die R+V. Letztere kooperiert mit einem Großteil der Volks- und Raiffeisenbanken (FONDS professionell ONLINE berichtete ausführlich). (jb)