Vor rund einem halben Jahr hatte es den Anschein, als sei mit einer beschlossenen Grundsatzerklärung der Durchbruch geschafft  und die Sparkassen-Versicherer Provinzial Rheinland und Provinzial Nordwest könnten bald fusionieren. Nun bremsen die Eigentümer den Prozess wieder, es gibt Spannungen zwischen ihnen, wie die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) berichtet. Dabei gehe es um die künftigen Besitzverhältnisse an der neuen Gesellschaft.

Vertrackt sind die Eigentumsquoten schon jetzt: Die Provinzial Nordwest gehört dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe, dem Sparkassenverband Westfalen-Lippe, dem Sparkassen- und Giroverband Schleswig-Holstein sowiedem Ostdeutschen Sparkassenverband. Die Provinzial Rheinland ihrerseits befindet sich im Besitz des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes, des Sparkassenverbandes Rheinland-Pfalz und des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR).

50 zu 50 oder 55 zu 45?
Laut der Zeitung wollen die rheinischen Kommunen, also wohl der LVR, eine "Fifty-Fifty"-Aufteilung durchsetzen. Mit anderen Worten: Die Besitzer der Provinzial Rheinland bekommen jeweils zusammen 50 Prozent, und die Eigner der Provinzial Nordwest zusammen die übrigen 50 Prozent. Das Lager des westfälischen Versicherers denkt aber an eine 60-zu-40-Lösung oder höchstens eine 55-zu-45-Variante, so die SZ. Allerdings sei noch nichts festgezurrt, es gebe verschiedene Maßnahmen, um die Anteile anzupassen. 

Die Versicherungen hatten 2013 erste Anläufe zu einer Fusion gestartet. Die Gespräche scheiterten zwischenzeitlich aber unter anderem daran, dass sich die Eigner nicht auf die rechtliche Form der dann vereinten Versicherungsgesellschaft verständigen konnten. In diesem Punkt hatten die Parteien dann Anfang Juni 2018 Einigkeit erzielt: Der vereinte Versicherer soll eine Aktiengesellschaft werden – so wie die Provinzial Nordwest. Ihr rheinisches Pendant ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts. (jb)