Offenbar gibt es einen Durchbruch bei den Gesprächen über einen Schulterschluss der beiden Versicherer Provinzial Rheinland und Provinzial Nordwest: Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) haben sich die beiden Seiten vergangene Woche im Grundsatz geeinigt und letzte strittige Fragen geklärt. So soll die fusionierte Gruppe ihren Sitz in Münster haben. Dort solle auch der Bereich Finanzen bleiben, während die Schaden- und Unfallversicherung aus Düsseldorf und die Lebensversicherung aus Kiel geleitet werden.

Mit dem Zusammengehen, wenn es dann offiziell wird, würde eine Gesellschaft mit einem Umsatz von sechs Milliarden Euro entstehen. Allerding ist der "Deal" noch nicht in trockenen Tüchern: Die Gremien der Sparkassen- und Landschaftsverbände, die die Eigner der öffentlich-rechtlichen Versicherer sind, müssen noch zustimmen. Die beiden Gesellschaften wie auch ihre Eigentümer haben die Nachricht gegenüber der Zeitung nicht kommentiert.

Einigungsversuche seit 2013
Die Versicherungen hatten 2013 erste Anläufe zu einer Fusion gestartet. Die Gespräche scheiterten zwischenzeitlich aber unter anderem daran, dass sich die Eigner, in der Mehrheit die Sparkassen der Regionen sowie die dort ansässigen Landschaftsverbände, nicht auf die rechtliche Form der dann vereinten Versicherungsgesellschaft hatten verständigen können. Hier hatten die Parteien aber bereits Anfang Juni, nachdem die Gespräche zu Jahresbeginn wieder aufgenommen worden waren, Einigkeit erzielt: Der vereinte Versicherer soll eine Aktiengesellschaft werden – so wie die Provinzial Nordwest. Ihr rheinisches Pendant ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts.

Über das Spitzenpersonal haben sich beide Seiten laut SZ ebenfalls geeinigt. Jeder könne bis zu drei Vorstände benennen. Wolfgang Breuer, aktuell Chef der Provinzial Nordwest, soll die Gruppe zunächst führen. Patric Fedlmeier, der den Düsseldorfer Konzern leitet, werde in der neuen Organisation stellvertretender Vorstandsvorsitzender und sich um die IT kümmern. Er soll später Breuer an der Spitze nachfolgen. (jb)