Die Sparkassen Pensionskasse aus Köln braucht einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) zufolge frisches Geld. Die Einrichtung gehört der Deka Bank und einer Beteiligungsgesellschaft der öffentlichen Versicherer jeweils zu 50 Prozent. Die Eigner würden nun 280 Millionen Euro nachschießen, berichtet die SZ. Die Deka bestätigte der Zeitung zufolge, hierfür eine Rückstellung über 140 Millionen Euro gebildet zu haben.

Ohne die Finanzspritze wäre die betriebliche Altersvorsorge (bAV) von knapp 350.000 Angestellten und Rentnern kleiner und mittelgroßer Firmen gefährdet, heißt es in dem Artikel. Verkauft wurden die Verträge über Sparkassen und die Versicherer aus dem Verbund an Unternehmen, die ihren Angestellten eine bAV anbieten möchten. Eigenen Angaben zufolge kooperiert die Einrichtung mit mehr als 37.000 Unternehmen und ist damit die zweitgrößte branchenoffene Pensionskasse Deutschlands. Eine Sprecherin der Gesellschaft war am Dienstagvormittag telefonisch nicht für FONDS professionell ONLINE zu erreichen. Auch eine E-Mail-Anfrage der Redaktion blieb vorerst unbeantwortet.

Drei Dutzend Kassen unter "intensivierter Aufsicht"
"Die Schieflage der Sparkassen Pensionskasse hat ihren Hintergrund nicht in individuellen Management-Fehlern, sondern in den niedrigen Zinsen", zitiert die SZ einen Insider. Auch andere Pensionskassen leiden unter den mageren Zinsen. Sie haben ihren Kunden oft eine Rendite von mehr als drei Prozent garantiert, können diese aktuell jedoch kaum erwirtschaften. Die Bafin hat deshalb drei Dutzend Pensionskassen unter "intensivierte Aufsicht" genommen. Einige Einrichtungen haben bereits Zusagen gekürzt oder planen dies (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Eine solche Lösung kommt für die Eigner der Sparkassen Pensionskasse offensichtlich nicht in Frage – sie stabilisieren die Einrichtung. Rund 80 Millionen Euro würden direkt an die Gesellschaft fließen. "Der Rest wird für einen komplexen Deal mit dem Rückversicherer Munich Re gebraucht, bei dem satte 1,5 Milliarden Euro von der Pensionskasse als Beitrag nach München fließen, aber in den kommenden Jahren zur Reservestärkung zurückkommen", heißt es in dem SZ-Artikel. (bm)