Die Generali Deutschland hat den Verkauf ihrer Lebensversicherungstochter an die Run-off-Abwicklungsplattform Viridium Ende April unter Dach und Fach gebracht. Mit den dadurch frei gewordenen Kapitalressourcen sowie den Einsparungen durch den abgeschlossenen Konzernumbau inklusive der Übertragung der Ausschließlichkeitsvertreter auf die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) will der Versicherer im Rahmen der neuen Strategie "Generali 2021" nichts Geringeres als den Marktführer Allianz angreifen: Die Generali will dem Branchenersten sowohl in der Lebens- als auch in der Sachversicherung spürbar Marktanteile abknöpfen – auch mittels Übernahmen.

Diese Parole gab Giovanni Liverani, Vorstandschef von Generali Deutschland, im Rahmen der Vorstellung der Geschäftszahlen für 2018 aus, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichtet.  "Unser Ziel ist es, die Nummer Eins in profitablem Wachstum, Innovation, Kundenservice und so zum lebenslangen Partner unserer Kunden zu werden. Dafür haben wir die Generali in Deutschland mit unserer industriellen Transformation in den vergangenen drei Jahren hervorragend aufgestellt und treiben damit als Vorreiter die globale Gruppenstrategie 'Generali 2021' vor", formulierte Liverani es offiziell in einer Pressemitteilung.

Generali will zukaufen
Zur Umsetzung der Strategie kann sich Liverani laut FAZ auch die Übernahme von Rivalen oder externen Spezialisten vorstellen: "Wir schauen uns in der Digitalisierung vorsichtig um, würden gute Gelegenheiten aber sicher wahrnehmen", zitiert ihn die Zeitung. Unterstützung aus der italienischen Zentrale hat er offenbar: Der Mutterkonzern will in den kommenden drei Jahren zwischen drei und vier Milliarden Euro in organisches Wachstum und Zukäufe investieren. Das hatte Konzernchef Philippe Donnet bereits Ende 2018 angekündigt.

Dass und wie gut die Kriegskasse gefüllt ist, belegen die Geschäftszahlen für 2018. Nach Angaben des Versicherers stieg der operative Gewinn in Deutschland um 9,4 Prozent auf 821 Millionen Euro. Der Nettogewinn legte um 52,8 Prozent auf 608 Millionen Euro zu. Die Prämieneinnahmen in der Schaden- und Unfallversicherung wuchsen um 1,3 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro zu. Dank den Beratern der DVAG sowie dem Direktversicherer Cosmos Direkt steigerte der Konzern zudem seine Prämieneinnahmen in der Lebensversicherung um drei Prozent  auf rund 7,4 Milliarden Euro. (jb)