Nachgefragt: So beliebt sind "Managed Depots" der Lebensversicherer
Anleger und ihre Berater können sich das Portfolio ihrer Fondspolice selbst zusammenstellen – müssen sie aber nicht. Eine Reihe von Versicherern bietet sogenannte "Managed Depots". Die Redaktion gibt einen Überblick.
Fondspolicen sind fester Bestandteil der Produktpaletten deutscher Versicherer. Seit einigen Jahren steigt die Zahl der Neuabschlüsse, wie Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zeigen. Kein Wunder, bieten sie Anlegern doch die Chance auf höhere Renditen als traditionelle Produkte mit fixer Verzinsung.
Allerdings ist Fondspolice nicht gleich Fondspolice. Privatkunden können im Prinzip aus zwei Varianten wählen: Entweder sie stellen sich, meist mithilfe ihres Beraters, aus dem Fondsuniversum des Versicherers ein Portfolio zusammen. Oder sie greifen zu standardisierten Policen der Gesellschaft, die verschiedene Risikoprofile wie offensiv, ausgewogen oder defensiv abdecken – sogenannte "Managed Depots".
Mindestens 20 Anbieter von "Managed Depots"
Wenigstens 20 Lebensversicherer in Deutschland haben solche Produkte, wie eine Umfrage von FONDS professionell unter 48 Gesellschaften ergab – siehe Tabelle unten. Das sind immerhin rund zwei Drittel aller Gesellschaften, die Expertenschätzungen zufolge solche Konzepte anbieten. Zehn haben keine "Managed Depots" im Sortiment, die übrigen machten entweder keine Angaben oder reagierten nicht auf die Anfrage der Redaktion.
Für die "Managed Depot"-Lösungen gibt es eine Reihe von Gründen: "Viele Versicherer bieten eine sehr breite Fondspalette. Daher ist es für Privatanleger, aber auch für deren Berater mitunter sehr schwierig, ein Portfolio zusammenzustellen, das den Renditewünschen und dem Risikoprofil des Kunden entspricht", erklärt Marc Glissmann, Geschäftsführer des in Köln ansässigen Instituts für Finanz-Markt-Analyse (Infinma). Hier helfen die gemanagten Angebote der Versicherer.
Steuerung der Volatilität
Hinzu kommt ein anderes Problem: die volatilen Märkte. "Trotz aller Optimierung der Portfolios zu Beginn, sie müssen auch an sich ändernde Marktlagen angepasst werden. Auch die Volatilität sollte gesteuert werden. Das ist mit einer gemanagten Lösung möglich", erläutert Glissmann.
"Für die Versicherer sind diese Anlagekonzepte auch deshalb interessant, weil sie mit ihnen eine zusätzliche Dienstleistung erbringen, was es rechtfertigt, einen größeren Teil der Vertragskosten für sich zu reklamieren", ergänzt Wesselin Kruschev von der Beratungsgesellschaft Capco, der früher selbst einige Jahre bei einem großen Versicherer gearbeitet hat. "Außerdem kann der Versicherer, da er ja frei in der Anlage ist, auch Fonds konzerneigener Asset Manager wählen oder deren Expertise für die Portfolioberatung nutzen. So bleiben die Gebühren im Konzern."
Hohe Nachfrage
Daher wundert es nicht, dass sich die Angebote offenbar lohnen. Bis auf eine Ausnahme berichten alle Gesellschaften, die Details zu ihren Anlagekonzepten offenlegten, von konstanter oder sogar steigender Nachfrage in diesem Segment. Einige nennen genaue Zahlen, darunter die Zurich: "Mittlerweile entscheiden sich über 70 Prozent der Fondspolicenkunden von Zurich für die professionell gemanagte Altersvorsorge", sagt Arne Buntenbach, Senior Investment Manager bei der Zurich. (jb)
Einen ausführlichen Artikel zu den "Managed Depots" finden Leser ab Seite 262 in Ausgabe 2/2025 von FONDS professionell oder nach Anmeldung hier im E-Magazin.
















