Die Mitarbeiter im Außendienst der deutschen Versicherer bekommen ab November mehr Gehalt sowie höhere Sozial- und Sonderzahlungen. Zuvor gibt es aber acht Nullmonate. Das besagt der neue Teil III des Manteltarifvertrags (MTV) für die Versicherungswirtschaft, der die Regeln für den Außendienst enthält und den der Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland (AGV) zusammen mit der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) sowie dem Deutschen Bankangestellten-Verband (DBV) am vergangenen Donnerstag (30.4.) ausgehandelt hat. Eine erste Verhandlungsrunde im März scheiterte noch.

Der neue Tarifvertrag läuft vom 1. März 2026 bis April 2028. Ab November steigt das Mindesteinkommen für den "akquirierenden Außendienst" um 4,50 Prozent und zum 1. November 2027 um weitere 2,99 Prozent. Für den "organisierenden Außendienst" gibt es zu denselben Zeitpunkten 4,50 Prozent sowie 3,01 Prozent mehr. Der sognannte "unverrechenbare Mindesteinkommensanteil" im organisierenden Außendienst wird in zwei Stufen ebenfalls angehoben: um 4,35 Prozent ab November 2026 und um 3,00 Prozent ab November 2027.

Mehr Boni
Dazu gibt es ein Plus bei Sonderzahlungen, also bei den Bonus- und Zusatzvergütungen. Je nach Betriebszugehörigkeit und genauer Funktion gibt es ab November 2026 zwischen 4,42 und 4,56 Prozent mehr. Ab 1. November 2027 sind es dann zwischen 2,83 und 3,02 Prozent. Außerdem steigt der Höchstbetrag für den Provisionsausgleich bei Eigengeschäften pro Urlaubstag schrittweise zum 1. November 2026 um 15 Euro oder 4,05 Prozent, zum 1. November 2027 um weitere zehn Euro (2,60%). Die Krankenzulage und die Hinterbliebenenbezüge wurden ebenfalls erhöht, und die Altersteilzeit-Regelung wurde bis Ende 2028 verlängert.

"Ohne Frage kann ein Tarifergebnis auch immer noch besser dotiert sein. Aber die Unterschriften jetzt vermeiden eine längere Hängepartie in unsicherer Zeit – und das für ein sehr solides Ergebnis", kommentiert Ute Beese, Verhandlungsführerin der DBV-Tarifkommission, den Tarifabschluss. "Trotz zäher Verhandlungen und kaum Bewegung auf Arbeitgeberseite haben wir Fortschritte erreicht, vor allem beim Mindesteinkommen und den Sozialzulagen. Klar ist aber auch: Für echte strukturelle Verbesserungen reicht das nicht. Dafür braucht es weiterhin Druck aus der Belegschaft“, teilte Verdi-Bundesfachgruppenleiterin Deniz Kuyubasi dem Branchendienst "Versicherungsjournal" mit. (jb)