Wird in Unternehmen ein betriebliches Altersversorgungssystem eingeführt, ist das kein einmaliger Umstand – die bAV begleitet Mitarbeiter und Firma ein Leben lang. Umso wichtiger ist es für den Arbeitgeber, sich einen fachkundigen Partner mit an Bord zu holen. Genau diesen Schritt unterstützt das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) mit seinem bAV-Kompetenz-Rating.

Soeben hat das Institut den 9. Jahrgang des Ratings veröffentlicht, das alle zwei Jahre aktualisiert wird. Dabei handelt es sich um eine interaktive Analyse von nicht-öffentlichen, sensiblen Daten, die direkt von den Anbietern an das Institut geliefert werden. Untersucht wurden 89 Einzelkriterien (2024: 87) in Beratung und Haftung (je 30 Prozent Gewichtung für das Gesamtergebnis) sowie Service und Verwaltung (je 20 Prozent). Im Vorjahr hatte auch das Analysehaus Morgen & Morgen erstmals ein bAV-Kompetenz-Rating vorgelegt.

Stabile 16 Spitzenreiter
Diesmal stellten sich 20 Lebensversicherer dem Rating (2024: 23). Ergebnis: 16 Anbieter (2024: 18) bekommen die Höchstnote (exzellent), dies sind in alphabetischer Reihenfolge:

  • Allianz
  • Alte Leipziger
  • Axa
  • Bayern-Versicherung (Versicherungskammer Bayern)
  • Canada Life
  • Continentale
  • Die Bayerische
  • Ergo Vorsorge
  • Generali Deutschland
  • Lebensversicherung von 1871
  • Signal Iduna
  • Stuttgarter
  • Swiss Life
  • Württembergische
  • WWK
  • Zurich Deutscher Herold

Der Volkswohlbund erhielt eine sehr gute Bewertung, drei namentlich nicht genannte Anbieter bekamen eine gute Note. Die 2024 exzellent bewerteten Gesellschaften Dialog und HDI fielen aus der Spitzengruppe heraus. Ob sie diesmal gut oder schlechter sind oder gar nicht teilgenommen haben, verrät das IVFP nicht.

Warum selbst gute Anbieter ungenannt bleiben
Man verzichtet darauf, Anbieter auszuweisen, die eine schlechtere Benotung als sehr gut bekommen. Bei Produktratings des IVFP werden auch gute Bewertungen noch namentlich genannt. Begründung für das harte Regime beim bAV-Kompetenz-Rating: "Ziel ist es ausdrücklich nicht, Anbieter mit noch bestehendem Entwicklungspotenzial öffentlich an den Pranger zu stellen", sagt Professor Thomas Dommermuth. "Vielmehr soll das freiwillige Rating allen Teilnehmern ermöglichen, ihren aktuellen Status objektiv einzuordnen und auf dieser Grundlage gezielt Verbesserungen umzusetzen", so der Vorsitzende des Fachbeirats beim IVFP weiter.

Dass es diesmal wieder so viele exzellente Anbieter gibt, liege vor allem an der geringeren Teilnehmerzahl im Vergleich zu einem Produktrating – in der Kompetenz ließen sich eben nur die Besten prüfen. "Zwischen vielen Anbietern bestehen lediglich minimale Unterschiede, die keine sachgerechte Rangfolge rechtfertigen würden", betont Dommermuth. Die Qualität der Teilnehmer habe sich kontinuierlich verbessert. Bemerkenswert: "Selbst bereits exzellent bewertete Gesellschaften haben ihre Prozesse, Unterlagen und Unterstützungsinstrumente nochmals verbessert", lobt Dommermuth.

Rating vertieft, aber noch nicht die ganze Branche erreicht
Dabei seien auch 2026 wieder aktuelle Entwicklungen neu in die Bewertung aufgenommen worden. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie Versicherer die Wechselwirkungen zwischen der bAV und weiteren Benefits, wie bKV oder Zeitwertkonten, unterstützen. Die Antworten zeigten, dass "70 Prozent der Anbieter heute über gute beziehungsweise sehr gute ausgereifte fachliche Leitplanken, klar strukturierte Prozesse und umfangreiche Unterstützungsinstrumente verfügen, um Vermittler und Arbeitgeber bei einer ganzheitlichen Beratung zu unterstützen", urteilt Dommermuth.

Bewertet wurden wieder nur Versicherer, nicht jedoch ebenfalls auf bAV fokussierte Fondsgesellschaften, Firmenpensionskassen oder Pensionsfonds. "Unsere Kompetenz-Ratings sind sehr aufwendig, da wir direkt in die Unternehmen gehen und die Abläufe, Prozesse betrachten und bewerten. Daher sind wir auf die Versicherer konzentriert", erklärt Professor Michael Hauer, Geschäftsführer des IVFP. Bei Interesse von Pensionskassen, Pensionsfonds oder Fondsgesellschaften könne man deren bAV-Kompetenz untersuchen. Davon habe in der Geschichte des Ratings aber noch kein Anbieter außerhalb der Assekuranz Gebrauch gemacht.

Kürzlich Direktversicherungen bewertet
Übrigens: Bereits seit 2010 führt das Institut ein Produktrating für die Direktversicherung durch, zuletzt im Juli 2026. Dabei wird das Angebotsspektrum der Direktversicherung aus Kundensicht betrachtet und beurteilt. "Wichtig ist jedoch, nicht nur die Produktseite zu betrachten, sondern auch die bAV-Kompetenz der Anbieter zu beleuchten, da es für Arbeitgeber immer schwieriger wird, den Durchblick bei der bAV zu behalten", so Dommermuth. Da helfe das bAV-Kompetenz-Rating, heute sowie zuletzt 2024 (externer Link) und 2022. (dpo)


Im Internet (externer Link) können die Rating-Ergebnisse kostenlos eingesehen werden. Die Rating-Methodik ist hier einsehbar (externer Link).