Die deutschen Lebensversicherer haben im Geschäftsjahr 2016 erstmals mehr als eine Billion Euro für ihre Kunden angelegt. Dies geht aus der Statistik "Die deutsche Lebensversicherung in Zahlen 2016" hervor, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Donnerstag in Berlin vorgestellt hat.

Demnach ist der Kapitalanlagenbestand im abgelaufenen Jahr um 43 Prozent auf 923 Milliarden Euro gewachsen. Im Vorjahr hatte er bei 885 Milliarden Euro gelegen. Hinzu kamen rund 102 Milliarden Euro an Kapitalanlagen für fondsgebundene Kapital- und Rentenpolicen. Erfreulich: Im Vergleich zur Summe von 96 Milliarden Euro von 2015 ist das ein Plus von 5,9 Prozent.

Fondsgebundene Rentenpolicen immer beliebter
Besonderer Beliebtheit erfreuten sich 2016 fondsgebundene Rentenversicherungen. Hinsichtlich der Zahl der abgeschlossenen Verträge waren sie sogar die klaren Gewinner im Neugeschäft. Mit 805.639 verkauften Policen lag der Anteil am Neugeschäft bei 15,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies eine Steigerung von 7,7 Prozent. Bezogen auf die neu versicherte Summe in Höhe von rund 33,5 Milliarden Euro lag ihr Anteil am Neugeschäft bei zwölf Prozent, was ein Plus von zehn Prozent gegenüber 2016 bedeutet. Bei den Lebensversicherungen mit laufender Beitragszahlung hatten fondsgebundene Rentenpolicen mit 901 Millionen Euro den höchsten Anteil am Neugeschäft (25,2 Prozent).

Nicht so positiv fallen die Zahlen für fondsgebundene Kapitalversicherungen aus. 76.557 neue Verträge wurden 2016 deutschlandweit abgeschlossen. Damit trug diese Produktkategorie 1,5 Prozent zum Neugeschäft der Versicherer bei – ein Minus von 3,5 Prozent im Vergleich zum Geschäftsjahr 2015. Hinsichtlich der versicherten Summe von rund 4,7 Milliarden Euro, die im vergangenen Jahr hinzukam lag der Beitrag zum Neugeschäft bei 1,7 Prozent. Dies ist ein Minus 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Indexpolicen inklusive
Bei der Betrachtung der Zahlen für das Neugeschäft mit Fondspolicen ist zu beachten, dass der GDV zu diesen Produkten auch Indexpolicen hinzurechnet, die Versicherer seit einigen Jahren verstärkt auflegen und vertreiben. Diese Policen investieren das Geld der Anleger allerdings nicht in Fonds, sondern kaufen für erwirtschaftete Überschüsse Optionen auf die Entwicklung bestimmter Indizes.

Kaum überraschend: Bei Kapital- und Rentenversicherungen mit klassischer Garantie sieht es nicht rosig aus. Insgesamt wurden rund 1,2 Millionen Verträge abgeschlossen. Kapitalversicherungen trugen 8,4 Prozent zum Neugeschäft bei, das sind immerhin 2,7 Prozent mehr als 2015. Mit Blick auf die neu versicherten Summen ergibt sich ein Anteil von drei Prozent und damit ein Minus von 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Klassische Renten- und Pensionspolicen steuerten bezogen auf die Zahl der Verträge 15,9 Prozent zum Neugeschäft der Versicherer bei – 10,9 Prozent weniger als in den zwölf Monaten zuvor. Bei den versicherten Summen büßten sie im Neugeschäft gegenüber dem Vorjahr 5,8 Prozent ein.

Insgesamt kommt das Neugeschäft nicht voran
Trotz der guten Nachrichten auf Seiten der Fondspolicen: Insgesamt kommt das Neugeschäft mit Lebensversicherungen nicht voran, wie die Ergebnisse bezogen auf die gezahlten Beiträge zeigen. Die Einmalbeiträge aus dem Neuzugang an Lebenspolicen sanken um 4,1 Prozent auf 24,9 Milliarden Euro (Vorjahr: 25,9 Milliarden Euro). Der laufende Beitrag für ein Jahr im Neugeschäft 2016 erreichte 5,4 Milliarden Euro und lag damit immerhin über dem Vorjahresergebnis von 5,2 Milliarden Euro. (am)