Nürnberger-Übernahme: Investor fordert Abbruch der VIG-Gespräche
Der aktivistische Investor 7Square drängt die Holding der Nürnberger-Gruppe, Gespräche mit der Vienna Insurance Group zu beenden und konkurrierende Übernahmeangebote zu prüfen. Die VIG-Offerte bildet den tatsächlichen Unternehmenswert nach Ansicht des Investors nicht angemessen ab.
Der aktivistische Investor 7Square fordert den deutschen Versicherer Nürnberger Beteiligungs-AG auf, alternative Übernahmeangebote zu prüfen. Die mögliche Akquisition durch die Vienna Insurance Group (VIG) würde den wahren Wert des Unternehmens nicht widerspiegeln, so der Investor in einem Schreiben an den Aufsichtsrat, das der Nachrichtenagentur "Bloomberg" vorliegt.
Kritik an schwacher Geschäftsentwicklung
Laut 7Square haben sich sowohl das Lebens- als auch das Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft der Nürnberger "seit Jahren unterdurchschnittlich entwickelt". Die VIG hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass sie sich in einer exklusiven Due-Diligence-Phase für den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung befindet, ohne jedoch einen möglichen Preis zu nennen.

Der Investor, der einen nicht näher bezeichneten Anteil an der Nürnberger hält, fordert die sofortige Beendigung der Gespräche mit der VIG und einen Plan zur Prüfung aller strategischen Optionen. 7Square schätzt den Unternehmenswert auf 119 bis 143 Euro je Aktie – bis zu 1,6 Milliarden Euro.
Aktienkurs legt nach Bericht zu
Nach Veröffentlichung des "Bloomberg"-Berichts legte die Aktie der Nürnberger im Xetra-Handel um 3,2 Prozent auf 64,00 Euro zu. Der Marktwert stieg damit auf rund 737 Millionen Euro.
"Wir haben konkrete Kenntnisse über das Interesse mehrerer strategischer Investoren, die daran interessiert wären, die Lebensversicherungssparte oder die gesamte Nürnberger-Gruppe im Rahmen eines transparenten und fairen Prozesses zu erwerben", heißt es in dem 7Square-Schreiben.
Kritik an Börsensegment-Regelung
Da die Nürnberger-Aktien im Scale-Segment der Frankfurter Börse notieren, müsste ein Käufer einer Mehrheitsbeteiligung kein Pflichtangebot an die übrigen Aktionäre abgeben. Dies könne den Wert für alle Anteilseigner "dauerhaft mindern", warnt 7Square.
Ein Sprecher der Nürnberger wollte sich nicht äußern, auch die VIG lehnte einen Kommentar ab. (mb/Bloomberg)















