Österreichs größte Versicherungsgesellschaft, die börsenotierte Vienna Insurance Group (VIG), hat gemeinsam mit den zwei deutschen Versicherern Ideal und Provinzial Rheinland sowie mit der liechtensteinischen Prisma Life einen Insurtechfonds ins Leben gerufen. Das in Köln angesiedelte Vehikel namens Venpace soll junge internationale Start-ups suchen und finanzieren, die sich mit vorgegebenen Themenfeldern beschäftigen.

Im ersten Schritt werden Lösungen für "die Lebensversicherung und die digitalen Berührungspunkte mit den Kunden" gesucht. Weitere Kriterien sind Vertrieb und Marketing, neue Geschäftsmodelle für Mobilität und Wohnen sowie innovative Versicherungsmodelle, heißt es in einer Aussendung.

Eine Million Euro innerhalb von fünf Jahren
Die neue Investmentgesellschaft, an der alle Partner zu je 25 Prozent beteiligt sind, soll über einen Zeitraum von zehn Jahren Eigenkapitalbeteiligungen an Technologieunternehmen aufbauen und verwalten. Jede der vier Gesellschaften soll innerhalb von fünf Jahren eine Million Euro in den Fonds einbringen. Zusätzlich können die Investoren über Venpace direkt in für sie interessante Unternehmen investieren. Venpace ist der Rechtsform nach eine GmbH & Co KG.

"Wir investieren bewusst in einer frühzeitigen Phase in zukunftsorientierte Start-ups, um daraus mittelfristig Erträge, unter gleichzeitiger Verteilung der Risiken auf mehrere Investoren, zu generieren", erklärt VIG-Generaldirektorin Elisabeth Stadler.

Kleiner Fonds
Nüchtern nach Zahlen betrachtet muss der Fonds mit vier Millionen Euro über fünf Jahre allerdings als ein sehr kleines Vehikel eingestuft werden. Nach Angaben der EU-Kommission haben Risikokapitalfonds in Europa ein durchschnittliches Volumen von rund 56 Millionen Euro. Und das ist international betrachtet eigentlich viel zu klein.

US-amerikanische Pendants sind im Schnitt dreimal so groß. In Europa sind die Fonds meist nicht ausreichend dotiert, um das Wachstum der Unternehmen zu finanzieren, moniert die EU-Kommission schon seit langem. (eml)