Es gibt endlich Fortschritte bei der Einführung einer säulenübergreifenden, digitalen Renteninformation, auch Online-Rentenkonto genannt. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales plane, gemeinsam mit dem Bundesfinanzministerium noch im Juli 2020 einen Gesetzentwurf dazu vorzulegen. Dies teilt das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) mit und bezieht sich dabei auf Informationen aus Kreisen, die "eng in die Vorbereitung des Online-Rentenkontos eingebunden“ sind. Eine Sprecherin des Arbeitsministeriums habe zudem auf Anfrage bestätigtet, dass "zeitnah die Ressortabstimmung für den Entwurf eingeleitet werden soll“.

Den Aufbau einer digitalen Renteninformation hat die Bunderegierung im Koalitionsvertrag festgeschrieben. Die Plattform soll Arbeitnehmern einen vollständigen Überblick über ihre künftigen Rentenbezüge aus der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersvorsorge ermöglichen. Bisher war das Projekt aber nicht richtig vorangekommen. Der Gesetzentwurf hätte eigentlich schon im vergangenen Jahr vorliegen sollen, ließ dann aber auf sich warten. 

Projekt bis zum Jahresende abschließen
Nun soll es offenbar schnell gehen. Sofern sich die Ressortabstimmung nicht in die Länge ziehe, gehe der Entwurf bereits Mitte Juli in die Verbändeanhörung und dann in gegebenenfalls überarbeiteter Form ins Kabinett und ins parlamentarische Verfahren, schreibt das DIA. Ziel der beiden Ministerien sei es, das Verfahren bis zum Jahresende abzuschließen. 

Die digitale Rentenübersicht soll nach Informationen des DIA bei der Deutschen Rentenversicherung angebunden werden. Das Tool wird schon vorhandene Mitteilungen von Altersvorsorgeträgern konsolidieren, die private Versicherer und die gesetzliche Rentenversicherung auch jetzt schon regelmäßig verschicken.

Start im Oktober 2021
Keine Berücksichtigung sollen zunächst die Anwartschaften in der Beamtenversorgung und bei den berufsständischen Versorgungswerken finden, da es in diesen Fällen bislang keine Standmitteilungen gibt. Genauso ist es bei Betriebsrenten auf der Grundlage einer Direktzusage, die bis auf Weiteres ebenfalls außen vor bleiben sollen. Das Online-Rentenkonto wird nach den aktuellen Plänen im Oktober 2022 an den Start gehen. (am)