Zahlreiche Bürger schauen mit Sorge auf ihren Ruhestand: 38 Prozent der Deutschen gehen davon aus, dass sie im Rentenalter Abstriche an ihrem Lebensstandard machen müssen. Das hat eine aktuelle Umfrage des Versicherungsmanagers Clark gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Yougov ergeben. Jeder Fünfte über 55 Jahren glaubt sogar, nach Renteneintritt weiter arbeiten zu müssen, um seine Rechnungen begleichen zu können. Der Pessimismus der Bevölkerung zieht sich durch alle Altersschichten, wie die Studie zeigt. Unter den 18- bis 24-Jährigen glauben nur 16 Prozent, ihren Lebensstandard auch im Ruhestand halten zu können. 

Die Covid-19-Pandemie dürfte die Angst vor Altersarmut neu entfacht haben, könnte man annehmen. In der Studie gingen tatsächlich 42 Prozent der Befragten davon aus, dass die Corona-Krise sich auf ihre Altersvorsorge auswirkt. Gerade Menschen, die mithilfe von Aktien und Fonds vorsorgen, könnten Kursschwankungen derzeit verunsichern, sagt Clark-Vorstandsmitglied Marco Adelt. Sein Tipp: "Auch wenn Börse und Wirtschaft unter Corona leiden, sollte man Produkte und Sparpläne nicht voreilig kündigen und Weitsicht bewahren." Vielmehr sei jetzt eine gute Zeit, Aktien günstig einzukaufen, um im Alter von Kurszuwächsen zu profitieren. 

Experten-Tipp: Altersvorsorge-Mix 
Auch wenn das Bewusstsein für das Risiko von Altersarmut gestiegen ist, hat die Krise nur 16 Prozent der Befragten dazu bewogen, sich intensiver mit ihrer Altersvorsorge zu beschäftigen. Clark-Experte Adelt rät dazu, sich früh genug mit dem Thema auseinanderzusetzen. "Der Zeitfaktor ist hier entscheidend", sagt er. "Wer nur noch 12 bis 15 Jahre erwerbstätig ist, muss trotz steuerlichen Vorteilen deutlich mehr Geld aufwenden, um entsprechend vorzusorgen." Er empfiehlt, die gesetzliche Rente etwa mit fondsgebundenen Sparplänen, einer betrieblichen Altersvorsorge oder einer Riester-Rente aufzustocken. (fp)