"Panikmache": R+V-Chef kontert KI-Jobängste
KI sorgt in der Finanzbranche für Verunsicherung. R+V-Chef Norbert Rollinger warnt jedoch vor Alarmismus – technologische Umbrüche hätten am Ende stets neue Jobs hervorgebracht.
Nach zahlreichen Umfragen, aus denen hervorgeht, dass einige Beschäftigte in der Finanzbranche aufgrund der Verbreitung künstlicher Intelligenz (KI) um ihre Arbeitsplätze fürchten, hat der Chef der R+V Versicherung vor Panikmache gewarnt.
"Jede Revolution hat eigentlich am Ende zu veränderten Arbeitsplätzen, aber nicht zu weniger geführt", sagte Norbert Rollinger am Dienstagabend (10.2.) bei einer Veranstaltung in Frankfurt. Es bringe nichts, über mögliche Jobverluste zu spekulieren, weil noch nicht klar sei, wo die Reise hingeht. "Deshalb halte ich das für Panikmache."
Branche investiert massiv in KI
Zuletzt hatten viele Finanzdienstleister mit KI experimentiert und ihre Ausgaben für die Technologie erhöht – angespornt durch das Potenzial, die Produktivität zu steigern und Kosten zu senken. Ende vergangenen Jahres machten Berichte die Runde, die Allianz-Tochter Allianz Partners wolle wegen des stärkeren Einsatzes von KI mehr als 1.000 Stellen abbauen.
Laut Rollinger gab es schon immer Umbrüche, und natürlich gingen dabei Arbeitsplätze verloren. Er erwähnte die Erfindung des mechanischen Webstuhls und die damaligen Befürchtungen, dass viele Arbeiter nicht mehr gebraucht würden. Diese mussten "dann halt andere Sachen machen", sagte Rollinger. "Und die haben auch andere Jobs gefunden."
"Angst ist ein schlechter Ratgeber"
Rollinger schloss zwar nicht aus, dass es im Zusammenhang mit KI "kleine Friktionen" geben könnte. "Aber, ehrlich gesagt, dafür haben wir doch ein Sicherheitsnetz in Deutschland", erklärte er. Ohnehin sei Angst immer ein schlechter Ratgeber. "Sie kann die notwendige Transformation, die notwendige Auseinandersetzung, die notwendige Anwendung der KI – die vielleicht für die Wettbewerbsfähigkeit sehr wichtig werden kann oder ist – einfach abbremsen", sagte Rollinger.
Der Manager forderte dazu auf, KI eher "als einen Freund zu sehen, der uns wettbewerbsfähig nach vorne bringen kann, anstatt als Feind". (mb/Bloomberg)















