Prisma Life scheint sich "berappelt" zu haben. Der liechtensteinische Lebensversicherer hat nach vorläufigen Zahlen im Geschäftsjahr 2016 einen Jahresüberschuss von rund sechs Millionen Euro erzielt. Auch für 2017 rechnet die Gesellschaft mit einem Überschuss. Erwartungsgemäß seien die Prämieneinnahmen 2016 um 16 auf rund 151 Millionen gesunken. Positiv sei aber, dass die Verwaltungsaufwendungen um knapp zwei auf rund 16,4 Millionen Euro zurückgingen.

Gleichzeitig hat Prisma Life die Solvabilitätsquote zum 1. Januar 2017 auf 103 Prozent erhöht, wenngleich das eigene Ziel von 130 Prozent nicht erreicht wurde. Das Unternehmen weist in einer Pressemitteilung aber explizit darauf hin, dass diese Quote ohne Nutzung von Übergangsregelungen erzielt wurde, wie sie etwa für deutsche Versicherer möglich sind.

Die Zahlen waren von vielen Branchenbeobachtern mit Neugierde erwartet worden, nachdem im vergangenen Dezember ein kritischer Artikel der Süddeutschen Zeitung (SZ) heftig an der finanziellen Stabilität des Versicherers gerüttelt hatte (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Verkauf wird weiter vorangetrieben
"Die vertriebliche Neuausrichtung mit Konzentration auf Nettotarife sowie auf laufende Vergütung bei Bruttotarifen hat sich ausgezahlt", erklärt Helmut Posch, Präsident des Verwaltungsrates des Versicherers. Auch durch das erfolgreiche Kostensenkungsprogramm habe das Unternehmen einen deutlichen Ergebnissprung gemacht. Eine im April fällige Anleihe sei bereits zur Hälfte getilgt worden. Der verbleibende Betrag werde planmäßig im April 2017 abgelöst.

Es bleibt aber trotz dieser Zahlen dabei, dass der Versicherer verkauft werden solle. Die Geschäftsleitung betont, dass man weitere Gespräche mit potenziellen Investoren führe. Das zusätzliche Kapital soll unter anderem in die IT gesteckt werden, um alternative "Vergütungsmodelle zur Provision auszubauen". (jb)