Der Versicherungsbranche droht möglicherweise doch die Einführung eines Provisionsdeckels bei Lebenspolicen. Nachdem das Projekt in der abgelaufenen Legislaturperiode letztlich am Widerstand der Unionsparteien scheiterte, steht er bei den Koalitionsverhandlungen von SPD, FPD und den Grünen erneut auf der Tagesordnung. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) unter Berufung auf ein Arbeitspapier der drei genannten Parteien zum Thema Finanzmarkt vom vergangenen Mitwoch (10.11.).

Hintergrund ist eine grundsätzliche Diskussion über die Vergütung von Finanzdienstleistern für Altersvorsorgeprodukte. Der SZ zufolge sind die Grünen und Teile der SPD langfristig für eine Abschaffung von Provisionen und die Einführung von Honoraren. Die FDP ist für eine Beibehaltung der bisherigen Lösungen. Eine Möglichkeit, die die Parteien in dem Zusammenhang kontrovers diskutieren, ist ein Provisionsdeckel für Lebensversicherung 

FDP gegen den Deckel
"Wir wollen Maßnahmen ergreifen, um die Abschlusskosten in der Lebensversicherung abzusenken – insbesondere durch einen Provisionsdeckel", zitiert die Zeitung aus dem Arbeitspapier. Diese Position hatten die Grünen schon vor der Wahl vertreten. Allerdings wolle die FDP den Deckel nicht und plädierte  stattdessen allgemein für eine Reform der Altersvorsorgeprodukte, um diese im Niedrigzinsumfeld attraktiv und rentabel zu halten. "Gesetzliche Eingriffe in die Vergütungsstruktur, insbesondere einen Provisionsdeckel, halten wir für falsch."  

Die Grünen machen sich sogar Gedanken, wie man bestehende Hürden für eine flächendeckende Honorarberatung beiseite räumen kann. "Um gleiche Wettbewerbsbedingungen herzustellen, werden wir die Hürden für die unabhängige Honorarberatung abbauen, indem wir eine Honorarordnung etablieren und verpflichtende Nettotarife für alle Produkte einführen", heißt es der Zeitung zufolge in dem Papier. (jb)