Der geplante Provisionsdeckel bei Lebensversicherungen könnte der im Januar veröffentlichte DIN 77230 "Basis-Finanzanalyse für Privathaushalte" zu einem unverhofft raschen Durchbruch bei Versicherungsvertretern und freien Maklern verhelfen (eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte der Norm finden Sie hier bei FONDS professionell ONLINE). Zu diesem Schluss gelangt, wer den abgestimmten Referentenentwurf für den Deckel akribisch studiert.

Das Bundesministerium für Finanzen möchte zwar die Abschlussprovisionen auf 2,5 Prozent der Beitragssumme begrenzen. Allerdings lassen die Beamten Courtagen bis zu vier Prozent zu, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind. Der Referentenentwurf zählt vier solcher Gründe auf, unter anderem Maßnahmen zur Gewährleistung einer hochwertigen und umfassenden Beratung im bestmöglichen Interesse der Kunden. 

Norm-Nutzung als Qualitätsnachweis
Und hier wird es spannend: Im Begründungsteil des Entwurfes heißt es nämlich weiter, dass zur Beurteilung einer hochwertigen und umfassenden Beratung als Maßstab auch die DIN-Norm 77230 "Basis-Finanzanalyse für Privathaushalte" in Betracht komme, "die branchenübergreifend Grundlage für eine hochwertige Finanzberatung ist." Mit anderen Worten: Wenn gebundene oder freie Vermittler gemäß der Norm beraten, können sie bis zu vier Prozent Abschlussprovisionen fordern.

Anzunehmen, dass mehr Vermittler und Vertriebe ihre Beratungsprozesse nach der Norm zertifizieren lassen werden, liegt da nur nahe. Eine Umfrage von FONDS professionell unter Branchenvertretern hatte im Frühjahr ergeben, dass es nach wie vor ein großes Lager von Unentschlossenen gibt. Dieses könnte sich damit lichten. (jb)